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2 (1859) Vispered und Yaçna
Entstehung
Seite
III
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ERSTES CAPITEL

Der grössere Tliei! der schwachen Ueberreste, die von der einstso grossen Zahl der Anhänger Zarathustras sich bis in die Gegen-wart erhallen haben, lebt ferne von seiner ursprünglichen Heimatinmitten eines fremden Landes, für dessen Clirna und dessen Sittender Stifter der eränischen Religion niemals seine Gebote berechnet,hatte. Nur klein ist die Zahl jener Mazdayagnier, die zwar im an-gestammten Vaterlande ihre Religion ausüben, aber unter sehr un-günstigen Verhältnissen. Die Oase von Yazd ist einer kleinen Inselvergleichbar, rings umher dehnt weit und breit das Gebiet desIslam sich aus und dieser gönnt mit der ihm eigenen Unduld-samkeit der älteren Religion kaum ein dürftiges Leben. Aber nichtimmer waren die Zustände so. Die mazdayagnisehe Religion war inder älteren Zeit die Beherrscherin des Landes, mochten auch vieleEinzelnheilen in den verschiedenen Provinzen verschieden sein, dieGrundlage war überall dieselbe. Diese Religion griff tief ein in dasLeben der gesammten Nation wie der einzelnen Stämme, sie beglei-tete den Einzelnen auf seinen Lebenswegen und schwebte ihm vorbei allen seinen Handlungen. Auf die Eigentümlichkeiten des erä-nischen Lebens war die Religion Zarathustras vom Anfänge an be-rechnet und dieses werden wdr also in seinen Umrissen kennen müs-sen , ehe es uns klar werden kann, welchen Einfluss die Religionselbst auf dasselbe üben konnte.

Ueber die politischen Verhältnisse der eränischen Völker findenwir die Urkunden des Avesta und die klassischen Berichte in derschönsten Uebereinstimmung. Die Stammverfassung, welche wohl einEigenthum des gesammten indogermanischen Volksstammes gewesensein mag, die aber bei einzelnen Zweigen desselben, namentlich beiden Indern, so bald in den Hintergrund trat, war hier in schönster