4
V i s p e r e d.
5. Ich lade ein und Ihue es kund: dem Ayälhrema, dem För-dernden, dem Spender männlicher Kraft dem reinen, Herrn desReinen.
6. Ich lade ein und tliue es kund : dem Maidhyäirya, dem zumJahre gehörenden reinen, dem Herrn des Reinen.
7. Ich lade ein und verkündige es: dem Hamafpalhmaedaya, demmit guten Handlungen versehenen reinen, dem Herrn des Reinen 1 ).
8. Ich lade ein und verkünde es: dem Zukünftigen der Weltdem reinen, Herrn des Reinen, welches das Sein gebären wird 2 ).
9. Ich lade ein und verkündige es: den Gebeten, den zu prei-senden, zusammengesetzten, wohl gepriesenen, reinen, den Herrendes Reinen 3 ).
1) §. 2—7. enthält die Anrufungen der sechs Gahanbärs oder grossen
Jahresfeste der Parsen. Sie hei&sen Gähänbär in den Huzvärescbquellen,Gahanbär ) ist die durchgängige Schreibung der neueren Quellen.
Genaueres geben die späteren Parsenquellen (man vergl. das von BuruoufYajna p. 29G ff. daraus Mitgetheille) namentlich der Sadder Bundehesb. Gotthat, so heisst es dort, die Welt in dem Zeiträume eines Jahres geschallen,darum ist es nüthig für die Menschen sechsmal im Jahre die Feste der Gahan-bärs zu feiern und den Armen Speise zu geben. — Die Vertheilung ist nunfolgende 1) Maidhyözaremaya zum Andenken an die Schöpfung des Himmels.Das Fest wird gefeiert im Monate Ardibehist vom Tage Khor bis Dacpamihir(5 Tage). 2) Maidhyo-sheina für die Schöpfung der Gewässer, im Monate Tiran denselben Tagen wie das erste Fest zu feiern. 3) J’aitis-hahya, im MouateSchahrevar vom Tage Aftud bis Anerän (5 Tage) zum Andenken an dieSchöpfung der Erde, i ) Ayälhrema, zum Andenken an die Schöpfung derBäume, im Monate Mihr an denselben Tagen wie das vorhergehende. 5) Maid-hyäirya zum Andenken an die Schöpfung des Viehs vom Tage Mihr bis ßehrämim Monate Bahman. 6) Hamä(pathmaedaya,-Fesl zum Andenken an die Schöp-fung des Menschen im Monate Qpendärmat vom Tage Ahunaval bis Vahislöisti.Diese beiden letzten Feste dauern gleichfalls fünf Tage. Vgl. auch VullersFragmente über die Religion Zoroaslers p. 21 If.
2) Nach der Huzväresch-Uebersetzung : der Sinn soll sein: die zukünftigeZeit muss angerufen werden in der die kommenden Einzeldinge zur Erschei-nung kommen können.
3) Die Kunstausdrücke von g. 9 sind nicht leicht im Deutschen wiederzu-geben, das erste yepnya ist sowol celebrandus also zu preisen als auch wie-derum das für den yapna, die Anrufung bestimmte, vermittelst derer eben diesebestimmte Art von Cultus verrichtet wird. Das dritte Beiwort die wohl geprie-senen (Anquetil sagt: le yesht est une prierc que les Pavses croienl accom-pagnee d'une benediction ef’ficace) ist soviel als die schön gesetzten, gutabgefassten. Qtaöta, die Gebete, sind der sogenannte Qtut yasht am Ende desYacna.