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2 (1859) Vispered und Yaçna
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Einleitung.

Westen nach Eran eingewandert sind. Ich will auf diesen Gegen-

stand hier nicht nochmals zurückkommen, obwol sich viele Nach-träge zu dem früher Gesagten machen Hessen. Nur das Eine magerwähnt werden, dass wir diesem Geslirncultus im eränischenVolks-leben eine weit grössere Stelle einräumen müssen, als ihm dasAvestazugesteht. Dies darf man, wie ich glaube, mit ziemlicher Sicherheitaus der Stellung schliessen, die ihm im Schähnäme zukommt. Nebenden Herrschern sind nicht blos die Maubads, sondern auch die Stern-deuter nie vergessen, die Astrologie regelt die wichtigsten Unter-nehmungen und wo es gilt die Weisheit einer Persönlichkeit zu er-forschen (man denke an die Fragen, welche dem Zäl vorgelegtwerden), ist es überall die Astrologie, welche sich geltend macht.

Dürfte es hiernach keinem Zweifel unterworfen sein , dass dasAvesta in seiner jetzigen Gestaltung einigen semitischen Einflussschon in seinem Grundtexte zeigt und ist es nicht unwahrscheinlich,dass dieser Einfluss durch ein eränisehes Medium aus dem Westennach Bactrien kam, so können wir dabei noch nicht stehen bleiben.Es genügt nicht, den Einfluss anzuerkennen, den etwa Babylon undNinive auf die Gestaltung des religiösen Lebens in Erän ausgeübthaben. Ein weit jüngerer Einfluss zeigt sich meines Erachtens inder Gestaltung der parsischen Liturgie unwiderleglich : es ist derCultus der syrisch-christlichen Kirche. Diese Vergleichung ist nichtneu, Ilyde sowol als Bhode haben auf die nahe Verwandtschaft ein-zelner Gebräuche hingewiesen. Ich gehe aber weiter, ich behauptenicht blos die Verwandtschaft einzelner Theile, sondern des gesamm-ten Systems. Solche Verwandtschaft bestellt also durch alle Theile.So scheint es mir z. B. auffallend genug, dass es gerade sieben Prie-ster sind, welche dem Zaota untergeordnet sind, auch die christlicheKirche hielt bekanntlich lange Zeit hindurch an der Siebenzahl derDiakonen fest 1 ). Die Aufnahme des neugehornen Kindes durch dieEinträuflung des Parahaoma möchte ich zwar für.einen spätem Ge-brauch hallen und nicht für ursprünglich verwandt, wohl aber möchteich in der im 15 Jahre vorgenommenen Umgürtung mit dem Kostiebenso wie Ilyde ein Aequivalent der christlichen Confirmation se-hen, in der vorausgehenden Barashnom-Ceremonie aber die ehrist-

1) Cf. Conc. Neocaes. c. 15: zlicr/.ovoi tn tu öqiClovaiv eivcu xetta tovxccvöva, y.av ncivv fieyclXrj tXr\ ?; noXig. 7iua0i]Gy <Jf caio rijs ßlßlov rtöv

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