Siebentes Capi lei.
cxix
Ofen, sind semitisch, sondern, wenn meine Erklärung richtig ist 1 ),so muss auch nacjka = no:, transcriptum , angenommen werden.Ferner mehrere Ausdrücke, die zwar gut «iranisch sind, lassen ihreBedeutung nur mit Hülfe der semitischen Sprachen erklären. Dahingehört vor Allem das schon oben(p.Lix) besprochene pailita, bereut,ein Wort, das seine Bedeutung offenbar nur nach den semitischen An-sichten empfing, dass die Reue eine Rückkehr zu Gott sei. DerselbeFall tritt wieder ein mit cis und dem neueren was bei den
Parsen nicht blos von dem Kosten der Speisen gebraucht wird , wieman erwarten sollte, sondern auch von der Verbreitung des Ge-setzes, besonders in Rücksicht auf die Lehrlliätigkeit Zarathustras.Dieser Sprachgebrauch erinnert ganz an das aramäische ds>U. DieAehnliohkeit der Draonas mit den jüdischen Schaubroden hat schonRhode treffend hervorgehoben. Vor Allen aber ist es die Grundan-schauung derReligion,'welche, wie mir scheint, semitischen Einflussbeurkundet. Während sonst überall in den indogermanischen Religio-nen eine reiche Fülle mythologischer Gestalten sich findet, in denen dieFreuden und die Bedürfnisse des Volkes sich abspiegeln, so muss unsdagegen im System des Avesta die abstracle Gestalt auffallen, in dernamentlich die Amesha-gpcutas undAhura-Mazda selbst gedacht sind.Will man nun auch zugeben, dass sich an Ahura-Mazda mythologischeVorstellungen angeschlossen haben, weil von Frauen oder Töchterndesselben die Rede ist, so kann es doch keinem Zweifel unterworfensein, dass diese Mythen schon sehr zurückgetreten waren, als dasAvesta verfasst wurde, weil dieses Buch gar nicht näher auf diesel-ben eingeht, die andern Ainescha-^pentas scheinen sich vollends zukeiner mythologischen Gestaltung hergehen zu wollen und sind ganzso abstract gedacht wie die semitischen Gottheiten gewöhnlich ge-dacht werden 2 ). Auch die Gestalt eines Propheten wie Zarathustra,der unmittelbar vom Ahura seine Aufträge empfängt und sie denMenschen mittheilt, ist weit mehr semitisch als indogermanisch, denndie Gestalt Qäkya-munis ist davon wesentlich verschieden und kannnicht hicher gezogen werden. Am meisten aber spricht für semitischeEinmischung der Cultus des Zrväna-akaraua und der Gestirne, die,wie ich bereits im ersten Bande bemerkte 3 ), aus dem semitischen
1) Cf. Zeitschrift der DMG. tX. p. 191.
2) Cf. Renan, Ilistuire generale des langues semitiques I. p. 5 Jf.
3) Cf. Bd. I. p. 271 flg.