Druckschrift 
2 (1859) Vispered und Yaçna
Entstehung
Seite
XI
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Vorrede,

XI

bin, nur soviel muss gesagt werden, dass der Gegensatzdieser beiden Richtungen ein principeller ist und dass esdarum nicht Wunder nehmen darf, wenn die Ueberselznngeneiner und derselben Stelle bei verschiedenen Uebersetzernoft so ganz und gar abweichend sind. Den näheren Nach-weis dieses Gegensatzes wird der Commentar liefern, ichwürde überhaupt die ganze Sache hier nicht erwähnt ha-ben, hätte ich es nicht für meine Pflicht gehalten, auch dender eränischen Sprachen nicht kundigen Leser auf dieseThatsache hinzuweisen, damit er sich entscheide, welcheRichtung er für die vorzuziehende hält und darnach seineGewährsmänner wähle.

Noch Uber einen Punkt drängt es mich, eine Bemerkungbeizufügen, ehe ich diese Vorrede schliesse. Man hat öfterstadelnd auf unverständliche Stellen hingewiesen, die sichin meiner [Jebesetzung des Vendidad finden, und ich zweiflenicht, dass man dergleichen auch im vorliegenden Bandewieder entdecken wird. Dass dies ein Uebelstand ist, sollgar nicht geleugnet werden, nur fragt es sich, ob er beidem jetzigen Zustande unserer Kennluiss des Avesta zuändern ist. Nicht jede Stelle, die man nicht versteht, istdarum geradezu unverständlich zu nennen. Was man vonUebersetzern in andern Sprachen mit Recht verlangt: dassdieselben ihren Autor durchgehends verstehen und begrif-fen haben sollen, ist hier gerade nicht gut möglich, ausMangel an Hülfsmitteln. Sehr häufig kommt es vor, dasseine Stelle grammatisch ganz deutlich ist, aber sie ent-hält kurze Anspielungen auf Gegenstände und Verhältnisse,welche die Verfasser des Avesta bei ihren Lesern voraus-setzen konnten, deren Kenntniss uns aber durchaus ab-geht. Diess muss anerkannt werden, es wäre aber mehr alsLeichtsinn, einen grammatisch als richtig erkannten Text nurdarum zu ändern oder ihm einen anderen Sinn unterzulegen,