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Vorrede*.
willkührlich vom rechten historischen Wege abzuschweifen,was bei der Ungebundenheit, welche uns die blose Sprach-vergleichung gewährt, sehr leicht möglich ist. Doch nichtblos durch den Gebrauch der Tradition, sondern vornehm-lich durch die Art und Weise meiner sprachvergleichendenMethode weiche ich von vielen andern Sprachforschern ab.Ich habe mir nämlich zum Gesetze gemacht, die eränischenSprachen möglichst unter sich zu vergleichen, die einzelnenWörter und ihre Bedeutungen so viel als thunlich durch denganzen Zeitraum zu verfolgen, in welchem die öränischeSprache lebendig ist. Unter den vielen philologischen Arbei-ten, die noch unternommen werden müssen, ehe wir zu ei-nem gründlichen Verständnisse des Avesta gelangen, scheintmir dies die nothwendigste und durchaus unerlässliche.Das Sanskrit habe ich als eine zwar nahe verwandte, aberdoch immer einem fremden Volksstamme, einer fremdenEntwicklung angehörige Sprache eist in die zweite Liniegestellt. Wie weit es mir auf diesem Wege gelungen ist, inden Sinn der Avestasprache und ihrer literarischen Denk-male einzudringen, muss der Commentar lehren, hier kannich nur einstweilen die Versicherung geben, dass ich wederim ersten noch im zweiten Bande dieses Werkes auch nureine Zeile niedergeschrieben habe, ohne mir bewusst zusein, dass es meine Pflicht sei, philologische Rechenschaftdavon abzulegen.
Dass es auf dem Gebiete der alteräniscben Philologieauch noch eine andere Richtung giebt, welche glaubt, dassman besser und sicherer das Avesta erklärt, wenn man dieTradition ganz bei Seite lässt und blos die.'einzelnen Parallel-stellen herbeizieht und diese vermittelst der Sprachverglei-chung erklärt, darf hier nicht unerwähnt bleiben. Ein Ur-theil über diese Richtung auszusprechen, will ich mir hier• um so weniger erlauben, als ich in der Sache selbst Partei