grammatischen Formen, die vom gewöhnlichen Dialecteabweichen, sind nicht eben schwierig zu erklären. Wasdiese Stücke so schwierig macht, ist das Vage ihres In-haltes. Sie bewegen sich immer in Gefühlen der allge-meinsten Art und es ist unendlich schwierig einen leiten-den Gedanken zu entdecken, der durch ein ganzes Capitelgeht. Ebenso vag wie der Sinn ist auch die Grammatik.Mehrere Nominalformen fallen zusammen, an Verbalformenherrscht auffallende Armuth. An die Tradition.sich auch inHinsicht der Construction anzuschliessen, ist , vorerst we-nigstens, ganz unmöglich. Ich bin mir nicht nur bewusst,an diesen Stücken Alles gethan zu haben, was ich thunkann, ich habe auch die Ueberzeugung, dass erneuerteDurchsicht von meiner Seite meine Uebersetzung zwar anvielen Stellen verändern, aber darum doch nicht bessermachen würde. Vielleicht dass es Andern gelingt, tieferin den Sinn einzudringen als es mir gelungen ist.
Der erste Band dieser Uebersetzung hat verschiedeneBeurlheilungen erfahren, günstige wie ungünstige. Wenndie ersteren dazu gedient haben, meinen Muth zu beleben,der bei der Schwierigkeit der Arbeit mir oft zu sinkendrohte, so bedaure ich doch auch die letzteren nicht, inso-fern sie mir selbst Gelegenheit gegeben haben, über meinenStandpunkt klarer zu werden und mich gelehrt haben, wiemancher wichtige Punkt hier noch genauer zu prüfen sei,namentlich die Frage nach der Tradition und die Zulässig-keit ihrer Benützung. Ich bin weit entfernt, die Wichtigkeitdieser Streitfrage zu unterschätzen, aber gegen ein Miss-verständniss muss ich mich hier vor Allem verwahren. Esist häufig, dass meine Uebersetzung als „die traditionelle“bezeichnet wird, selbst in solchen Fällen, wo die ober-ilächlichsten Vergleichungen mit der Tradition lehren müs-sen , dass beide Uebersetzungen von einander abweichen.