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2 (1895) 1847 - 1879
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Das wäre eine schöne Bescheemng gewesen. Das Militärgesetz') kann freilichnicht wehr in Arbeit genonnnen werden und es fragt sich, ob die Reichsregierunges für angemessen hält, dessen Berathung dem neu zu wählenden Reichstag zuüberlassen. Wir sind daher immer noch nicht davor sicher, ob nicht wegen diesesGesetzentwurfs am Ende doch ein außerordentlicher Reichstag im Herbste be-rufen wird. Mein in diesem Falle bin ich entschlossen, nur etwa auf 810 Tage,wenn es sich um die wichtigsten Abstimmungen handelt, hierher zu gehen.

Daß wir, da von einer Vertagung des Reichstags abgesehen wurde, tüchtigarbeiten müssen, kannst Du Dir denken, und da ich Mitglied der Budgetkom-mission bin, so bin ich außerordentlich angespannt.

Berlin, den 7. Juni 1873.

Innerhalb 4 Tagen ist der Reichstag drei Mal ausgezählt worden, d. h. aufAntrag oder bei namentlichen Abstimmungen wurden die Anwesenden gezähltund es stellte sich drei Mal heraus, daß das Haus beschlußunfähig sei. ZweiMal war ich wegen der verlängerten Pfingsttour selbst unter den Fehlenden.So kann es natürlich nicht sortgeheu. Es scheinen nur 10 bis 12 Abgeordneteüber die beschlußfähige Zahl hier zu sein, so daß es eine kleine böswillige Minder-heit in der Hand hat, die Berathungen unmöglich zu machen. Wenn noth-gcdrnngen und im Interesse der Würde des Reichstags eine Vertagung eintritt,dann ist eine Herbstsession unvermeidlich.

Vom nächsten Montag an soll die Budgetkommission jeden Tag um 9 UhrVormittags Sitzung haben, und der Reichstag ebenfalls täglich um 12 Uhr.Die Abende hätte man dann allerdings frei, allein einen Theil derselben muß ichzur Lektüre der Vorlagen verwenden, zumal ich in der einen oder anderen An-gelegenheit noch das Wort zu ergreifen gedenke. Wird der Reichstag noch einpaar Mal beschlußunfähig, dann ist freilich Alles zu Ende.

Berlin, den 22. Juni 1873.

Erfreulich ist es mir, berichten zu können, daß der Reichstag rasch seinemEnde entgegen geht. Der Präsident, den ich gestern Abend in einer Gesellschaftbei Bismarck sprach, meinte, am Mittwoch fertig werden zu können. In diesemFalle werde ich wohl am Donnerstag abreisen.

Ob dieser Reichstag noch einmal zusammen treten wird, weiß noch Nie-mand; meinerseits betrachte ich die hiesige Thätigkeit als abgeschlossen. AnStreitigkeiten im Reichstag, in den Kommissionen und Fraktionen hat es fürwahrnicht gefehlt und unter den süddeutschen Nationalgesinnten macht sich allmühlig

0 Gemeint ist die Vorlage für die Befestigung und Verstärkung der deutschen Wehrkraft,jenes Gesetz, welches nach Ablauf der Pauschsnmmenjahre (Ende 1874) zur Grundlage derHeeresstärke und des Etats der Heeresbednrfnisse dienen sollte. Die Regierung hatte diesenEntwurf schon 1873 vorgelegt, allerdings erst nach monatclanger Tagung, am 13. Mai, währenddamals schon die Sorgen um das Reichspreßgesetz den Reichsboten schwere Arbeit machten.Die Regierung genehmigte daher damals die Zurücklegnng der Gesetzesvorlage bis zur Reichs,tagssession von 1874.

Poschinger, Fürst Bismarck u. die Parlamentarier. II.

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