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1515 vom Chorherrn Heinrich Wölflin (Lupulus) gestiftet undzeigen in 18 Bildern nicht nur die Leidens-, sondern die ganzeLebensgeschichte des heiligen Vincentius. 1 2 Zwar sind die Ge-stalten auf diesen Teppichen im Kostüm des XVI. Jahrhundertsdargestellt, die architektonischen Teile zeigen reiche Renaissance-Motive, alles darauf ist reicher, besser und beweglicher gebildet,aber dennoch bieten die auf das Martyrium bezüglichen Scenenmehrfach mit der Basler Tafel verwandte Züge. So finden wirden Mann, welcher mit einem Blasebalg das Feuer unter demRost schürt , 3 wieder; auch die Figur des die Kerkerschwelle über-schreitenden Heiligen, sein mit Wundmalen bedeckter Leichnam,
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Vom St. Vincenz-Teppich im Historischen Museum zu Bern.
dessen eine Hand die Scham bedeckt, die Knechte, welche imKahne stehend, den Toten ins Meer versenken, die im Hinter-gründe des einen Feldes angedeutete Stadt Valencia, alles diesgemahnt an das Basler Werk, trotz des Abstandes von über dreiJahrhunderten. Auch ein leinenes Pluviale mit romanischer Gold-stickerei (XII. Jahrh.) aus St. Blasien im Schwarzwalde, in St.
1 Vergl. Jacob Stammler, Der Para mentenschatz im historischenMuseum zu Bern, p. 137, welchem Werke auch unsere vergrössertenAbbildungen entnommen sind.
2 Dieser Mann kommt später vielfach auf Martyriumsdarstell-
ungen vor, so in Dürers «Apokalypse» bei der Marter des Johannes.