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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
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den regen Beziehungen der Basler Geistlichkeit zu Frankreicheine solche Künstlerwanderung nicht stattgefunden haben?

Ueberhaupt kann man sich zu jener Zeit, wo alle Städte undLänder rivalisierten im Errichten und Schmücken schöner undreicher Gotteshäuser, wo eine Art religiöser Baufanatismus aller-orten entfesselt war, den Verkehr zwischen den einzelnen Sculp-torenschulen und Bauhütten, den Zu- und Abzug technischer undkünstlerischer Kräfte gar nicht rege genug vorstellen. „Und dassdiese Strömung, soweit sie die Plastik betraf, machtvoll aus demSüden hervorbrechend, ihren Weg in nordische Gegenden nahm,muss mit Bestimmtheit angenommen werden.“ 1 2

Wie jedes Sujet der christlichen Kunst mit der Zeit einetypische Darstellungsform gewann, welche sich mehr oder wenigerlange erhielt und nur mit dem Wechsel der grossen StilepochenAenderungen unterworfen war, und welche jeder bildende Künstler,unbeschadet seiner Selbständigkeit und Eigenart, beobachtete undrespectierte, so geschah es auch mit den in einer Reihenfolge vonBildern dargestellten Heiligenlegenden und Martyrien. Nichtnur dieselben Momente einer fortlaufenden Geschichte wurdenstets wieder herausgegriffen, nein, sie wurden auch meist auf diealthergebrachte Weise dargestellt.

So fanden sich bei einem im Winter 97 vorgenommenenGebäude-Abbruch auf dem Territorium des ehemaligen Chorherrn-Stift von Sankt Leonhard zu Basel im Mauerwerk zwei an allenvier Seiten im Relief sculptierte Pfeiler vor, deren einer, anschei-nend wenig jünger als unsere Vinc. T., die Legende, Scene fürScene, in fast genau derselben Anordnung, aber erheblich unge-lenkerer Ausführung wiedergab.*

Im Sankt Vincentius-Münster zu Bern, dessen zahlreiche,durchweg jüngere Darstellungen der Geschichte und Person diesesHeiligen für unsere Untersuchungen nichts bieten konnten, gabes vier prächtig gestickte Teppiche, welche sich jetzt im histo-rischen Museum zu Bern befinden. Dieselben wurden im Jahre

1 Vgl. hierzu W. Vöge, a. a. O. p. 108, unterster Absatz.

2 Vgl. A. Lindner, Ein Fund romanischer Sculpturen auf demLohnhofe zu Basel. Anzeiger für schweizerische Altertumskunde. HeftNr. 1, Jahrgang 1898.

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