rische Darstellungen um diese Zeit wohl überhaupt noch nichtvorgekommeü. Nach Max Gg. Zimmermann 1 sind die Reliefsder ehemaligen Porta Romana zu Mailand, welche die Verbannungder dortigen Bürgerschaft durch Friedrich Barbarossa im Jahre1162 und ihre Rückkehr im Jahre 1167 darstellen, „die erstenDarstellungen historischer Ereignisse“ auf italienischem Boden,wohlverstanden in der mittelalterlichen Plastik. 2 P. Weber be-hauptet in seiner Arbeit über „die Wandgemälde in der Kirchezu Burgfelden“, dass historische Schilderungen im Kirchen-Innernin der romanischen Kunst überhaupt nicht vorkämen, und löst dieangebliche Ermordung eines Hohenzollerngrafen in eine Dar-stellung der Geschichte vom barmherzigen Samariter auf. AdolphGoldschmidt endlich, der in seinem „Albanipsalter“ den Sculpturen-cyklus des Basler Chorumganges von ganz neuen Gesichtspunktenaus betrachtet und endgültig erklärt hat, stellt den Satz auf, dassZweikampfscenen an kirchlichen Gebäuden, soweit sie der roma-nischen Plastik angehören, stets symbolisch zu deuten sind. Wirwerden seine Argumente weiter unten heranziehen.
Zugegeben, dass die Anbringung historischer Personen undScenen auf italienischem Boden wohl noch am häufigsten vorkamund von italienischen Künstlern am meisten ausgeführt wurde —man denke an den durch die Inschrift „Durindarda“ auf seinemSchwerte gekennzeichneten Roland am Portale von S. Zeno inVerona 3 —, so geschah dies doch wohl nur an den Fagaden undnicht im Innern, und dann auch wohl in anderer Weise. Eindeutsch empfindender Künstler hätte die geschichtliche Waffen-that wohl anders dargestellt, und auch einem italienischen hätteder Herzog Burkhart für diese Verewigung seines Sieges wenigDank gewusst, selbst wenn derselbe wirklich in der geschilderten,unrühmlichen Weise stattgefunden hätte. Und sicher wäre dochin erster Linie der Name des Siegers durch eine Inschrift vorVergessenheit geschützt worden.
Spricht schon dies Alles gegen die Schinzsche Deutung, sowird dieselbe völlig unhaltbar durch den auch von Rahn aner-
1 Zimmermann, a. a. O. p. 100 und 101.
2 Gute Abbildung bei Romussi, schlechtere bei d’Agincourt, Plastik,
s W. Llibke, Geschichte der Plastik, p. 432.