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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
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wohnlich als Repräsentanten des weiblichen, die Vierfüssler alsdie des männlichen Geschlechts. Und hier finden wir eine Auswahlder allercharakteristischsten, wie: Taube, Pfau, Geier, Eule, Dracheoder Bock, Wolf, Löwe und Hund. In ähnlicher Weise, wie diebeschriebenen, sind die andern schmäleren Glieder der Thürrandungmit Tierbildern, Ranken und Flechtwerk decoriert. Von letzteremseien als rein longobardische Formen am Zürcher Portalbau nochdas Vierriemengeflecht unterhalb zweier Säulenbasen und dasVierecknetz an der Thürlaibung genannt. Auch die Rosette alsFüllglied der einzelnen Maschen dieses Netzes vertritt denselbenZweck in den verschiedenen Netzverzierungen Oberitaliens . 1

Unter den Kapitellsculpturen im Innern des Grossmünsterstreten diejenigen zweier Pfeiler hervor und werden gewöhnlichzusammen genannt. Es hat dies seinen Grund darin, dass sie sichvon den andern dortigen Bildwerken gleicher Gattung wesentlichunterscheiden, zu einander aber in ausgesprochen verwandtschaft-lichem Verhältnisse stehen. Beide sind in ganzer Höhe und Breitemit Relieffiguren bedeckt, welche sich von dem glatten, oben undunten durch eine schmale Leiste eingefassten Grunde abheben.Wir betrachten zuerst dasjenige, welches der durch das kleinesüdliche Seitenportal eintretende Kirchenbesucher auf der West-seite des ersten Pfeilers zur Rechten erblickt. Es enthält eineGruppe von sechs Männern, von denen die mittelsten im Zwei-kampfe begriffen sind, und wird nach der Namens-Inschrift aufdem Schwerte eines derselben gewöhnlich dasGuidokapitellgenannt. Die beiden Kämpfer sind mit kurzen Röcken, engan-liegenden Beinkleidern und niedrigen Schuhen bekleidet, mitspitzen Helmen, kleinen Schwertern und länglichen, oben abge-rundeten, nach unten aber spitz zulaufenden Schildern gerüstet.Der vollbärtige Krieger rechts führt eben den Todesstoss nachder Brust seines Gegners. Dieser ist dadurch wehrlos gemacht,dass sein linker Nebenmann seinen rechten das Schwert halten-den Arm beim Handgelenk gepackt hat und ihn so am Kampfe

1 Zahlreiche Beispiele des Vorkommens der Rosette in Oberitaliengiebt E. A. Stiickelberg an. Nach diesem Autor, welcher zuerst Namentür alle Arten lombardischer Flechtornamente aufgestellt hat, sind auchunsere Bezeichnungen gewählt.