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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
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noch heute die italienischen Bauarbeiter, von Wanderlust undNahrungssorgen getrieben, ihre Heimat verliessen und weit indeutsche Lande zogen. Nicht herüber getragene Reiseeindrückewerden es gewesen sein, welche am Zürchersee eine oberitalischeFormenwelt erstehen Hessen, sondern die Hände von Steinmetzen,welche die Kunst ihres Vaterlandes ausübten, von Bauleuten,welche sich nur im Grundriss und architektonischen Aufbau etwasdem in der Fremde herrschenden Geschmacke, den Forderungendes Zürcher Klerus anbequemen mussten, sich aber in ihremeigentlichen Gewerbe, der Bildhauerei, von Niemand herein redenHessen, was jedenfalls, da man auf diesem Gebiete ihre (Jeber-legenheit anerkannte, auch nicht versucht wurde. Natürlich wollenwir, wenn wir vonComasken als Sculptoren der Grossmünster-Plastik sprechen, diesen Begriff nicht rein örtlich verstanden wissen,sondern als Gattungsnamen für oberitalische Steinmetzen, wie erschon alsmagistri Comacini im Gesetzescodex des longobar-dischen Königs Rothari vorkommt. 1

Das grosse Seitenportal des Zürcher Münsters, das Haupt-portal, wie wir es im Gegensatz zur kleineren Pforte auf deranderen Seite nennen wollen, da an der Westwand, dem Chorgegenüber, niemals das sonst allgemein übliche Kirchenthor vor-handen war, hat manches von seiner alten Herrlichkeit eingebüsst.(Taf. VII.) Seine verwitterten Sculpturen werden zur Zeit durchneue, nach den Zeichnungen F. Hegis gefertigte ersetzt, sein Giebel-feld hat schon im Jahre 1766 einem unschönen Fenster weichenmüssen, zur selben Zeit, als man mit dem Gedanken umging, dieThürme abzutragen, was zum Glück, wohl mit auf den energischenProtest des kunstverständigen Kanonikus und Professor Joh. Jac.Breitinger unterblieb. 2

1 Max Gg. Zimmermann, Oberitalische Plastik im frühen undhohen Mittelalter, Leipzig 1897, P- I2 -

2 Vgl. J. J. Breitingers «Zur Idee eines Domes» in den Schriftender helvetischen Gesellschaft. Ferd. Keller, , Mittig, d. antiq. Ge-sellsch. Bd. I, Heft 5 , p. 24, 25 . Breitingers Abhandlung wurde 1873von Rahn veröffentlicht (auf Veranlassung der allgemein, geschichts-forschenden Gesellsch. in d. Schweiz unter dem Titel «Eine Erinnerungaus der Geschichte des Grossmünsters zu Zürich. Zum Gedächtnissan Joh. Jac. Breitinger f 14. Dec. 1776.» Auszüge aus dieser Schriftbei Rahn, a. a. O. p. 23 .)