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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
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des Grafen Ulricus de Novo Castro. Dieser Graf Ulrich undseine Gattin Bertha von Granges galten schon dem GewährsmanneMatiles, einem anonymen Chronisten vom Anfänge des XVI.Jahrhunderts, wie man annimmt, dem Chorherrn J. du Bosco,-j- 1503, als Gründer des Stiftes. DerCanonicus anonymusist es auch, durch dessen Handschrift uns die Widmung, welchesich um den äusseren Rand des Thorbogens zog, erhalten ist.Nach Samuel Voegelins Lesart lautet dieselbe:

Respice, virgo pia, me Bertham, sancta Maria

Et simul Ulricum, qui sit fugiens inimicum !

Det domus haec risum facientibus et paradisum. 1

Im Jahre 1209 galten, wie urkundlich beglaubigt, diese gräf-lichen Eheleute für die Stifter, 2 während in neuerer Zeit G. vonWyss aus dem Wortlaute der Inschrift ableiten wollte, Berthavon Granges habe als Wittwe für sich und ihren Sohn Ulrich, denspäteren Praepositus der Collegiatkirche, jene Stiftung gemacht. 3 4Wie dem auch sei, die Entstehungszeit der Kirche und ihres Por-tals lässt sich, im Einverständnis mit allen neueren Autoren, be-stimmt in die Zeit von 118592, in das Ende der 80er oderden Anfang der 90 er Jahre des XII. Jahrhunderts verlegen, wenn-gleich einige Forscher wie Dubois de Montperreux 1 und Blavignac, 5die Königin Bertha von Burgund und ihren Vetter, den heiligen

1 Ein Facsimile der Inschrift, wie sie der «Canonicus anony-mus» überliefert hat, findet sich bei Matile. Sie enthält den Fehler,dass im ersten Hexameter das Wort «virgo» zweimal vorkommt. Daszweite Mal muss statt desselben «Sancta» (Sta Maria) gelesen werden.Dies wird dadurch bewiesen, dass sich in einer jüngeren, aber von derersten unabhängigen Wiedergabe, in Jonas Barilliers (f 1620) «Monu-ments parlants» (Musee I, p. 22) die Lesart «Bertha Scamaria» (Berthaaus Samarien ?) herausgebildet hat. Vergl. Matile a. a. O. p. 24 und 25 .Nach Matile wäre auch statt «qui sit fugiens inimicum» zu lesen «quisic fugient inimicum», was, als auf beide Stifter bezüglich, einer ge-wissen Berechtigung nicht entbehrt.

2 Die meisten geschichtlichen Angaben sind Matiles Arbeit ent-nommen, welche ein für Neuchätel höchst brauchbares Werk ist undfür ihre Zeit 1847 auf einer bedeutenden Höhe der Forschung steht.

3 Georg von Wyss, Die Portalinschrift der Stiftskirche von Neuen-burg. Offener Brief en Herrn Dr. Rahn, Zürich. Anzeiger für schwei-zerische Altertumskunde, Band 6, p. 3 g. Januar 1888.

4 Les monuments de Neuchätel, ouvrage posthume de M. F. DuBois de Montperreux. V. Band der Mitteilungen der antiquarischenGesellschaft in Zürich, p. 14 und i 5 .

5 J. D. Blavignac, Histoire de larchitecture sacree, p. 214.