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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
Seite
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Heiland auf dem gleichen Stuhle wie im Basler Tympanon, rechtsund links von ihm stehen, in derselben Anordnung wie dort, die 'Apostelfürsten. Der übrige Raum ist durch die Figur eines links zuChristi Füssen knieenden Heiligen und durch sieben Engelgestaltenangefüllt, welche nicht ungeschickt in der Lünettenrundung ver-teilt sind. Das ganze Relief zeigt keineswegs die Klarheit undübersichtliche Ruhe des Basler, erinnert aber trotzdem stark andasselbe. Die Figuren sind gröber und ungelenker, eine eigentlicheHandlung, wie sie in Basel trotz der bescheidenen Mittel deutlichzum Ausdruck kommt, ist hier nicht zu entdecken. Das Ganzeist vielmehr eine Art „santa conversazione“. Aber Sitzmotiv,Stuhl und Gewand des Christus, Stellung und Typus der Apostel,der Engel mit dem Lilienscepter, welcher in Basel mit abgebroche-nem, vermutlich ehemals gleichem Requisit auf der andern Seiteerscheint, und so Mancherlei zeigen die Verwandtschaft. Den knie-enden Heiligen zur Linken Christi werden wir wohl mit Rücksichtauf die Weihinschrift als Gallus deuten müssen, da die Sitzfigurdes Ursicinus als des Patrons der Kirche einen hervorragenderenPlatz gegenüber der heiligen Jungfrau, der Beschirmerin allerGotteshäuser, gefunden hat.

Diese beiden Gestalten finden wir zu den Seiten des Thür-bogens in nach oben halbkreisförmig abgeschlossenen Nischen.Die Madonna sitzt, mit hoher Krone geziert, steif und aufrechtda. Mit der Linken hält sie das Christkind in ihrem Schosse,während die Rechte eine Kugel, das Symbol des Weltalls, trägt.Der kleine, gleichfalls gekrönte Jesus, wie seine Mutter geradeaufgerichtet, erteilt mit erhobener rechter Hand den Segen nachlateinischem Ritus, die Linke hält ein geschlossenes Buch. DasSitzen des Kindes ist das der ganzen romanischen Kunst eigene;nicht auf, sondern zwischen den weitgeöffneten Knien der Mutter,weich in deren Schoss eingebettet, hat der Knabe seinen Platzgefunden. Trotzdem diese Madonnengruppe in Auffassung undDarstellung unfrei und befangen erscheint und wohl nicht vielmehr als eine handwerkliche Durchschnittsleistung jener Zeit re-präsentiert, kann man ihr eine gewisse Grösse und Würde nichtabsprechen. Die Himmelskönigin blickt von ihrem erhöhten Thronemit feierlichem Ernst auf die Kirchgänger herab, und auch dasChristkind hat etwas von dieser göttlichen Ruhe. Es lässt sich