35
1acer Relief mehrfach verwandt, z. B. als Schmuck des Gewand-schlusses am Halse des Simon Magus, welcher exact die Formhat wie beim Basler Matthaeus. Schliesslich treffen wir sienoch am Tympanonfragment im Chorumgange von St. Sernin.Man vergleiche nur den damit geschmückten runden Mantel-zipfel, welcher sich um die rechte Schulter des thronendenChristus legt, mit dem auf der Schulter des Basler Matthaeus. DieUebereinstimmung ist frappant! Auch der Basler Christus hatdieses Mantelstück ähnlich umgelegt, er hat überhaupt manchesvon dem Typus des bartlosen Toulouser. Die ganze Art desSitzens, der kurze, linke Arm, von dem eigentlich nur die dasBuch haltende Hand sichtbar ist, erinnern sehr an diesen, undselbst solche kleinen Künsteleien, wie das Verzieren der Kreuz-arme des Nimbus mit Ornamenten, sind beiden gemeinsam. In derDrapierung des über die Kniee fallenden Mantels zeigt er eherAnklänge an den Heiland der Carennacer Majestas domini.
Eine noch reichere Ornamentik als an den Gewändern weistdas Basler Portal an seinen einzelnen Architekturteilen auf. Wassich an Motiven derselben den longobardischen Flechtereien nähert,wie etwa die „ineinandergeschobene Kreuz- und Kreisschlinge“am Sockel des Johannes oder das Riemenflechtband an der äus-seren Thürleibungsecke, war entweder zu jener Zeit schon All-gemeingut der gesamten romanischen Plastik — die Kreuz- undKreisschlinge kommt überall im Süden Frankreichs und sogar amSchottenkloster zu Regensburg vor — oder ist mit vegetabilischenFlächendecorationen und Perlschnüren bedeckt, sodass reine ober-italische Elemente im Ornamentenschatz des Portals nicht nach-gewiesen werden können. Dagegen lässt sich in den romanischenKreuzgängen unsers toulousanischen Bezirkes eine der Baslerhöchst verwandte Formensprache vernehmen. So tragen dieschmiegenförmigen Deckplatten des Kreuzganges von St. Bertrandde Comminges ein dem Flechtvverk der innersten Umfassungunsers Portals sehr ähnliches Zierglied, dessgleichen finden wirdort die übereinander gestellten Laubblätter wie am oberstenhorizontalen Ornamentstreifen des Basler Werkes. Die Deckplattender Kapitelle im Moissacer Klosterhofe-, an sich vergleichbar denentsprechenden Gliedern über unsern Tabernakelsäulchen, weisen•eine Blattverzierung auf, welche an diejenige erinnert, mit welcher