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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
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Soweit gleicht die Galluspforte annähernd jeder typischenromanischen Kirchenthüre, doch nun tritt ein neues, fremdartigesElement hinzu. Eng an die beiden äussersten Säulen angeschmiegt,steigt ein Autbau empor von je fünf übereinander stehenden, luf-tigen Gehäusen. Diese Kästchen zeigen eine rechtwinklige Grund-form und sind auf der Vorderseite von zwei kleinen Säulen mitglatten Würfelkapitellen gestützt, so dass sie auch einen seitlichenEinblick gewähren, was dem Ganzen einen ausserordentlich leben-digen Charakter verleiht. Ihre Rückwände sind mit Sculpturengeschmückt. Die sechs untersten Gehäuse enthalten scenischeDarstellungen derWerke der Barmherzigkeit 1 nach dem Textedes Matthaeusevangelium, dessen 25. Kapitel den Stoff für denganzen Sculpturenschmuck der Pforte mit Ausnahme des Giebel-bildes geliefert hat. Von unten nach oben gelesen, wird rechtsder Hungrige gespeist, der Gefangene besucht und der Krankegepflegt, links der Nackte bekleidet, der Obdachlose beherbergtund der Durstige getränkt. Die kleinen Figuren, welche, neben-bei gesagt, als Vorbilder eines Cyclus von kleinen Glasgemäldenin einem dem XIII. Jahrhundert angehörenden Rundfenster des Frei-burger Münsters dienten, 2 heben sich in mehr als halbem Körper-umfange vom rückwärtigen Bildgrunde ab. Sie sind mit einer gewissenAbwechslung behandelt und für ihre Kleinheit nicht ungeschickt gear-beitet. Jedes Bild enthält eine Gruppe von zwei Figuren, den christ-lichen Mildthäter und den die Wohlthat Empfangenden. Ersterer ist inden meisten Fällen ein Weib in der Tracht der klugen Jungfrauenüber dem Eingänge, zweimal aber auch, bei der Kleidung derNackten und der Beherbergung des Obdachlosen, ein Mann inbürgerlichem bez. geistlichem Gewände. Es folgen nun zweihöhere Tabernakel mit den Vollfiguren der beiden Johannes.Rechts der Evangelist mit langem Spruchbande in der Linken trägt

1 Es muss hervorgehoben werden, dass die kleinen Sculpturen derGalluspforte von derselben Künstlerhand stammen, wie die 4 grossenPortalstatuen (wie ein eingehender Vergleich bewies), weil Jakob Burck-hardt in seiner (anonymen) Münsterbeschreibung vom Jahre 1842 dieMöglichkeit annahm, dass die 4 Evangelisten älteren Datums undbeim Portalbau wieder benutzt worden wären.

2 Abgebildet im «Schau ins Land», Zeitschrift des Breisgau-Vereins, 21. Jahreslauf, p. 74.

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