wird. 1 Mit der Linken hält er ein aufgeschlagenes Buch auf dasKnie gestützt, die erhobene Rechte trägt eine Kreuzfahne. Ganzlinks kniet ein vollbärtiger Mann mit kappenartiger Kopfbedeckung.Es ist der Architekt des Portals, wie das Modell desselben inseinen Händen lehrt . 2 Als himmlischer Pförtner zu ihm in Be-ziehung gebracht, steht Petrus zwischen ihm und dem thronendenHeiland. Ihm entspricht auf der anderen Seite Paulus, der zweiteder Apostelfürsten, welcher mit der Linken eine kleinere bartloseMännergestalt beim Handgelenk gefasst hat. Er zieht den miterhobener Rechten ehrfürchtig Dastehenden zu Christus heran unddeutet empfehlend auf seinen Schützling. Hinter diesem, in wel-chem unzweifelhaft der Stifter des Portals zu erblicken ist, stehtals letzte Figur der Composition ein kleiner Engel mit über derBrust gefalteten Flügeln, welcher, gleichsam ermutigend und sanftvorwärts schiebend, die Hand auf die Schulter des Donators legt.Wir sehen, eine Dedikationscene, wie man sie deutlicher nichtdarstellen kann, und der Stifter ist, wie seine Kleidung beweist,ein Kleriker. Er trägt über dem talarartigen Untergewande eineweitärmelige, seitwärts geö ffnete Dalmatica und, über beide Schul-tern gedeckt, einen als Pluviale zu deutenden Mantel. (Taf. IIa.)
An den Schrägen zu beiden Seiten des Einganges ist dasPortal von drei schlanken, freistehenden Säulen flankiert. Zwischenden Schäften, von denen die zwei innersten zierlich gewundensind, stehen die lebensgrossen Statuen der vier Evangelisten, mitihren Symbolen zu Häupten, rechts Lukas und Markus, links Mat-thaeus und Johannes. (Taf. III u. VI.) Auf den Kapitellen lagert einaus Schmiege und Deckplatte bestehendes, nach auswärts über dieganze Portalbreite fortgeführtes Gesims, über welchem sich, gleich-sam als Fortsetzung und Verbindung der Säulenschäfte, drei rundeWulste erheben, kräftig das Tympanon umrahmend.
1 F. X. Kraus, Kunst und Altertum in Elsass-Lothringen, II, 6.Zahlreiche Siegel an Urkunden jener Zeit in der «Bibliotheque natio-nale» zu Paris zeigen diese Stuhlform.
2 Das Modell ist ein wenig beschädigt und giebt, seiner Kleinheitwegen, auch nicht die ganze complicierte Anlage des Originals wieder.Gewöhnlich begnügte man sich damit, Stifter- und Werkmeisterfigureneine einfachere und abgekürzte Wiedergabe des von ihnen ausgeführtenBauwerkes in die Hand zu geben.