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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
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Am erfreulichsten wirkt die romanische Bildhauerei der süd-lichen Schweiz dort, wo man von der historischen Darstellungabgesehen hat, wie etwa an dem Portal der jetzt zum landwirt-schaftlichen Gebäude degradierten Klosterkirche von Bonmont (beiNyon am Genfersee). Diese einfache Kirchenpforte, welche trotzihres früheren Entstehungsdatum I. Drittel des XII. Jahrhun-derts schon mit dem Spitzbogen gekrönt ist, wird, unbeschadetder noch stark ungefügen Form ihrer Kapitelle und ihrer keines-wegs klassischen Proportionen, stets einen würdigen Eindruck aufden Beschauer ausüben. (Taf. I.)

In der ganzen nunmehr überblickten Kunstgruppe beruht an-scheinend sehr viel des Dargestelltcn auf eigener Erfindung derBildner. Ihre selbständige Phantasie trägt bald mehr, bald minderannehmbare Früchte, ist aber stets eingeengt durch den Formen-kreis und die Anschauung des Zeitalters. Einen eigenen Reizfanden alle diese Künstler darin, etwas möglichst Schreckhaftesund Abenteuerliches darzustellen. Diese drohenden Untiere, welchevon allen Säulenkapitellen dem Platze, wo neben den Por-talen die Plastik jener Zeit vornehmlich und oft einzig zum Aus-druck kam herabblicken, bald sich gegenseitig, bald menschlicheKörper verschlingend, oft auch andere Monstra, welche ihrerseitswieder Menschengestalten mit den Zähnen zermalmen, sind dasProdukt einer düsteren Auffassung der Lehre von der Vergeltungnach dem Tode, vom jüngsten Tage. Sie haben ursprünglichnicht nur dekorativen Zweck, sondern in erster Linie den, ein-dringlich mahnend und drohend zur sündigen Menschheit zusprechen. Aber dieser höhere Zweck mag sehr bald von denbildenden Künstlern ausser Acht gelassen sein. Die lehrhafteBedeutung verliert sich, der Sinn entflieht und die Form bleibt,wie dies oft geschieht. Das Grauenhafte wird Selbstzweck, jegrässlicher dem Steinmetzen seine Gebilde gelingen, desto mehrExistenzberechtigung scheinen sie ihm zu besitzen, desto mehrSchönheit zur Schau zu tragen. Dies äussert sich naturgemässan verschiedenen Bauten verschieden, je nach Phantasie, Geschmackund Können des Künstlers. Es ist eine wenig reizvolle und müssigeArbeit, die Sculpturen der einzelnen Bauten darauf hin gegeneinander abzuwägen.

Und doch hat diese Vorliebe für eine mit Fabelwesen aller