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3 (1790) Von Liq bis Sed
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Qualitäten, Eigenschaften, Beschaffenhei-ten der Aörper, HuLlttsreL 1 . L'roprietstes coiporum,orr tie/ Alles, was an einem

Körper in die Sinne fällt, und dadurch einen Begrif er-weckt, kan eine Dualität oder Eigenschaft des Körpersgenannt werden. In diesem Sinne des Worts sind Harte,Leuchten, Bitterkeit u. s. w. Qualitäten der Körper, weilsie durch Gefühl, Gesicht, Geschmack in uns Empfindungenerregen und Begriffe erwecken.

Vergleicht man diese Definition mit der Erklärungdes Worts Phänomene, so wird man beyde ziemlich über-einstimmend finden. Jede Einwirkung des Körpers aufunsere Sinne ist auch im Grunde ein Phänomen oder eineNaturbegebenheik; und so ist zwischen Phänomenen undQualitäten der einzige Unterschied dieser, daß man Phä-nomen das nennt, was wir durch die Sinne empfinden,Dualität oder Eigenschaft aber das. was wirklich im Kör-per vorhanden seyn und die Ursache unserer Empfindung ent-halten soll.

Nun ist zwar jeder Mensch geneigt, das, was ihmfeine Sinne darstellen, für wirklich zu halten, und also inden Körpern selbst etwas anzunehmen, was seinen Empfin-dungen von denselben analog ist. Man schreibt in allenVorfällen und Handlungen des Lebens dem Zeugniße derSinne die gröste Evidenz zu, und gewöhnt sich dadurch,von Erscheinungen ohne alles Bedenken auf übereinstim-mende Wirklichkeiten zu schließen. Aber diese Schlußart,die für das gemeine Leben so zureichend und unentbehrlich ist,würde bey der wissenschaftlichen Untersuchung der Natur zuden gröbsten Jrrthümern verleiten. Der Physiker muß sichzwar ebenfalls an den allgemeinen sinnlichen Schein halten,s. Materie; aber er darf doch nie vergessen, daß derselbenur Schein ist; er darf also nicht jedes Phänomen für einewirkliche Qualität der Körper erklären, weil das Wesenderlehtern gar leicht etwas anders seyn könnte, als es uns zu seynscheint. Man geht daher immer sicherer, wenn man mehrvon Phänomenen, als von Qualitäten spricht, wenigsten-