Fau uz
Art der Anziehung unter den Bestandtheilen vegetabilischerund thierischer Körper, welche nur bey einem gewissen Gra-Le der Wärme und Feuchtigkeit wirksam wird.
Alle thierische Substanzen sind der Fäulniß naher, unddazu geneigter, als die vegetabilischen. Daher haben eini-ge große Aerzte und Chymiker, z. B. Boerhave undNKrcquer vermuthet, daß der Uebergang der vegetabili-schen Substanzen und Nahrungsmittel in thierische durcheine Arc von unvollkommnerFäulniß geschehe. Ueberhauptwürde eine befriedigende Erklärung der Fäulniß den Schlüs«sel Zu sehr wichtigen Geheimnißen der Natur abgeben.
Fäulnißwidrig (amileptica) sind alle Substanzen, dieselbst keiner Fäulniß fähig sind, oder die Beförderungsmit-tel der Fäulniß entkräften, d. h. kühlen und troknen. Da-her verhindern die troknenden Erden, Sand, Kalk, Kälte,Säuren, Alkalien, Mittelsalze, Weingeist, wesentlicheund empyrevmatische Ocie, Balsame, Harze, Gewürze,bittere und zusammenziehende Mittel, Rauch u. s. w. dasFaulen. Auch die ihre Lust oder Luftsäure widersteht derFäulniß. Orl igle ( i bilot. k raus, no .yz und 496 undHamburg. Magazin B. X. S. o n. f.) tnacbrlde,Crell (Odilos. Irans. Vnl. k.Xl. ?. I. und chemisches Jour-,nal, Th.! S. Kg. u. f.) BuAchslz (Chymische Verflu-che über einige der neusten einheimischen antiseptischen Sub-'stanzen, Weimar, 1776. 8.) auch Shaw (LliermcrstI.eciures, stanz, überseht unter dem Titel: ststäi pour ler-vir ä 1'billoiro c!e la putrestustiou. a l'aris, 1766. gr. 8.)'haben über die fäulnißwidrigen Mittel und die Geschichte derFäulniß überhaupt schätzbare Versuche bekannt gemacht.
Die Luft, in welcher Körper faulen, wird dadurch ineinem hohen Grade phlogistisiret, und in dieser Rücksicht^hat das Faulen mit der Verbrennung eine gewiße Aehnlich-keit, s. Sua, phlsgistist' rea. Auch scheint die Erzeu-gung der Salpetersäure die Wirkung einer bis zur letztenStufe gekommenen Fäulniß zu seyn.
Macquer chym. Wörterbuch mit Hrn. Leonhardi Anm. Art:Fäulniß.
Fahrenhemsches Thermometer, s. Thermometer.