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2 (1789) Von Erd bis Lin
Entstehung
Seite
702
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K.

knZu,?', ^4-o/ch Käst« nennen wir einen ge-ringen Grad der freyen oder fühlbaren Wärme, oder auchdie Empfindung, welche in uns entsteht, wenn wir Kör-per berühren, die weniger solche Warme enthalten, alsunser eianer Körper, und die daher dem letztem etwas vonseiner Wärme entziehen, s. Wärme. Es ergiebt sichhieraus, daß der Begrif von Kälte blos relativ sey, unddaß wir einen Körper nur in Vergleichung mit andern war-mem kslr nennen. So ist das Eis in unfern,Ländern kaltin Vergleichung mit dem noch stößigen Wasser oder mit derTemperatur des menschlichen Körpers: hingegen ist es warmin Vergleichung mit dein Eise der Polarländer. So scheintuns oft die Lust nach schwülen Sommertagen durch ein Ge-witter sehr abgekühlt, ob sis gleich noch eine Temperaturhat, die wir sehr warm finden würden, wenn wir sie mitte»im Winter fühlten.

Da wir die Ursache der Wärme in einer eignen Materiesuchen, s. Feuer, so ist es sehr natürlich, die Kälte für eineWirkung des Mangels und der Entziehung dieser Materieoder der vorher wirksamen fühlbaren Wärme zu erklären.Hieraus lassen sich auch alle Erscheinungen begreiflich ma-chen, ohne daß man nöthig hat, mit der Schule des Gasi-sendi die Kälte für etwas positives anzunehmen, und voneiner eignen kalrmachenden Waren«: herzuleiten, 'vonderen Daseyn wir keine Erfahrungen haben, und die man,wenn sie zu Erklärung des Gefrierens unentbehrlich wäre,eben sowohl auch zu Erklärung des Erhärtens geschmolznerMetalle nöthig haben müsse.

Die gänzliche Beraubung aller Warme würde Körperin einen Zustand versetzen, den man die absolute Baltenennen könnte. In der Natur ist ein solcher Zustand nichtanzutressen, weil die immer vorhandene freye Wärme sichdurch alle Körper mit einer gewissen Gleichförmigkeit zuverbreiten strebt, s. warme

Die Wirkungen der Kalte sind den Wirkungen derWärme entgegengesetzt. So, wie diese die Körper aus-