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2 (1789) Von Erd bis Lin
Entstehung
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«4 Fäu

fen der Gährung zu durchlaufen, ob sich gleich bey den mei.ften vorher auf kurze Zeit eine Saurung zeiget.

Wenn die der Fäulniß fähigen Stoffe einer feuchtenWarme ausgesetzt sind, so zeigt sich die Fäulung sehr ge-schwind durch Veränderung der Farbe, des Geruchs undGeschmacks, bey durchsichtigen Fleißigkeiten auch durch dasTrübwerden. Mit dem Fortgänge der Faulniß wird derGeruch immer ekelhafter und erhält zuletzt das Stechendeswelches von dem beym Faulen entbundenen flüchtigen Alkaliherrühret, und das man so oft in den heimlichen Gemächernbey Veränderungen der Witterung bemerkt.

Die Faulniß zerstört den ganzen organischen Bau derPflanzen und thierischen Körper, und verwandelt sie in flüch.tiges Alkali, stinkendes Oel und Erde, welches die einzigenMaterien sind, die man durch die Destillation aus verfaul,ten Substanzen erhält. Durch diese Operation zerstört dieNatur von selbst ihr eignes Werk, sobald Pflanzen undThiere zu leben aufhören; aber sie läst die zertrennten Be-siandtheile wiederum in den Bau neuer Körper übergehen,und erhält sich durch diesen Kreislauf immer in einer unun»terbrochnen Thätigkeit.

Die Fäulniß reizt viele Insekten, ihre Eyer in die faulen-den Körper zu legen, welche darinn ausgebrütet werden; da-her man fast überall beym Faulen Maden und Würmer findet.Man hat oft geglaubt, die Fäulniß selbst erzeuge Thier-chen, oder komme von ihnen her, welches letztere Aircherund Linne (chmoen. »cacl. Io. V. p. 94.) behauptet ha-ben. Aber William Alexander (Medicinische Versu-che, a. d. engl. Leipzig, r??z. 8. S. 246. u. f.)hat dieseMeinung durch sorgfältig angestellte Beobachtungen voll-kommen widerlegt. Macbride (Versuche, a. d. engl.Zürich, 1766. 8.) hat die Entweichung der fixen Luft fürdie Ursache der Fäulniß halten wollen. Andere haben siein der atmosphärischen Lust gesucht, die doch nur eine gele-gentliche Ursache und ohne feuchte Warme unwirksam ist,auch abgeschnitten werden kan, ohne darum die Faulniß zuhindern. Die Ursache der Fäulniß ist also noch für uns einGeheimniß: wahrscheinlich liegt sie in einer besondern Art