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2 (1885) (XX.) Rede gegen Leptines (XVIII.) Rede vom Kranze
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EINLEITUNG ZUR REDE GEGEN LEPTINES.

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hat man dagegen geltend gemacht, indem Ktesippos, auf welchendie Atelie seines Vaters übergegangen, falls das Gesetz des Lep-tines wirklich abgeworfen worden wäre, doch auch fernerhin imGenüsse jener Freiheit geblieben und nicht genötigt gewesensein wurde als Choreg aufzutreten. Genötigt sicher nicht, wohlaber die Identität beider Personen zugegeben, wiewohl derKtesippos der Inschrift in Ermangelung eines jeden chronologi-schen Haltepunktes auch für den Vater des Feldherrn Chabriasgenommen werden könnte konnte er es freiwillig thun, unddas ist einem Menschen, wie dieser Ktesippos war, von dessenverschwenderischem und liederlichem Leben noch ganz anderePröbchen überliefert werden (vgl. Athen. 4, 165 f. Plut. Phok.7), als Handlung nicht des Patriotismus, sondern des Übermutsleicht zuzutrauen. Wichtiger ist, dafs in den späteren Ehren-dekreten nach 355354, z. B. in denen für Demosthenes undLycurgus, nie mehr ατέλεια verliehen wird, und so müssen wirdoch wohl mit Blafs annehmen, dafs die Jugendlichkeit des De-mosthenes, die Zerrüttung des Staatsschatzes, die Verzögerungender Anstrengungen gegen das Gesetz dem Bedner noch keinenthatsächlichen Sieg verschafften (vgl.auch Schäfer, Bhein.Mus. XXXIII. 1878, p. 418, ferner Blafs Jahresber. (Bursian)p. 279.

Indem wir in diesem Bande die letzte grofse Staatsrede desDemosthenes vom Kranze mit derjenigen gegen Leptines, die iiider zweiten Hälfte des Jahres 364 gehalten wurde und den De-mosthenes zum ersten Mal in einer öffentlichen Sache wenigstensals Hilfsredner zeigte, zusammenstellen, bringen wir auch in Be-zug auf Ton und Stil der Reden vollständige Gegensätze, wie siesich bei der Verschiedenheit des Alters, der Erfahrungen, derSachen natürlich ergaben. Neben die grofsartige Staatsrede trittein liehenswurdigerVersuch, neben dem genus medium, welcheshäufiger sich zum genus grande erhebt, als zum genus subtileherabsinkt, eine im leichten Ton gehaltene, jugendlich anmutigeRede noch ohne bestimmten Charakter mit Anlehnung an ver-schiedene Musteraber mit deutlichen Kennzeichen der in demRedner schlummernden Vielseitigkeit und Hoheit der moralischenGesinnung, wenn dieselbe auch noch sehr unter dem Einflufshergebrachter Formeln und Anschauungen und mit Berücksich-tigung des gesteckten Ziels sich äufsert.