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denen Lobsprüchen von beiden, so daß dis. Zerstreuungdes Grafen in seinen seichten und unnützen Reden nichtsichtbar wurde. —
Miseno beobachtete Alles im Stillen, sähe dieFreude des Grafen, und sein Entzücken in seinen Blik-ken, Gebehrden und Bewegungen; aber astx feine Be-obachtungen verwahrte er weislich in dem Kabinetteseines Herzens, und sprach so zu sich selbst. Jeden Taglerne ich die Menschen immer besser kennen, jeden Tagkann ich mich besser in meinen Handlungen regieren;denn dieß ist die vorzüglichste Frucht, die der Menschvon der Kenntnkß Anderer erhält, es ist eine vergeb-liche Anstrengung des Verstandes, immer die FehlerAnderer strenge richten zu wollen; es ist vergebens, sichschöne Systeme, fabelhafte Welten, und PlatonischeStaaten zu träumen, weil ihr Bild die wahrhaftenUebel, welche uns in dieser Welt umgeben, unerträg-lich macht; die Welt muß immer Welt, die Menschenmüssen immer Menschen bleiben; aber da unsere eigeneGlückseligkeit das Ziel aller unserer Handlungen seynmuß, so müssen wir aus den Fehlern Anderer eineRegel ziehen, wornach wir unsere eigenen vermeiden;in so fern es der höchste Gewinn der wahren Philo-sophie ist, aus dem Bösen Gutes zu schöpfen. —Mustafa beobachtete das Stillschweigen Mi-seno's, und seine Gestalt und Klugheit nahmen ihnso sehr ein, daß er wünschte, näher mit ihm bekanntzu werden; und deshalb ließ er sich in eine Unterre-