133
llschr Gnade dazu gelangt, erhebt sich über Glück undUnglück; spottet des Todes und jeder Schmach, undist durchaus unabhängig von Allem, was das Schicksaloder die Welt ihm anhaben können. Ohne Schmerz,Traurigkeit, Stolz, Eitelkeit, Schrecken oder Furchtzu kennen, ohne htngeiiffcn zu werden, von irgend ei«ncr Leidenschaft, sicht er Alles, was nicht Tugend ist,als bloße Spreu an; und heiter auf dem Throne seinerRedlichkeit, mit gen Himmel gerichtetem Blicke, läßter wie ein Hiob, weder dem Unglücke, noch demLaster Gewalt über sich zu. Nur dieser Held, meineich, verdiente diesen ehrenvollen Namen.
Schon lange, sagte die Kaiserin», habe ich ver«borgen vor der Welt, in mir selbst, jene berüchtigtenMenschen verachtet, welche alle Posaunen des Rufsbeschäftigen; aber ich wollte meine Gedanken nicht lautwerden lassen, weil die Rede eines Frauenzimmers inGegenständen des Muths und der Tapferkeit kein Ge-wicht hat; da ich Euch aber übereinstimmend finde, sowill ich Euch frei heraussagen, was ich davon denke,und Euch bitten, mich, wo ich fehle, zurechtzuweisen.
Worauf kommt Alles, was die Dichter und Ge-schichtschreiber von diesen berühmten Helden preisen,hinaus? Nicht etwa, daß sie kräftig die Feinde zer-malmen, ungeheure Heere anführen, und mit einemSchlage die Riesen vernichten. Aber der Löwe, derwilde Bär, der gemeine Ochse würde das auch thun.Wie ein rasender Tiger, wie ein grimmiger Löwe,