134
brachte er, überall wo er hin kam, Tod und Der,derben, so posaunen die Dichter. — Ist eS nunnicht ein thörichter Ruhm für den Menschen, daß manihn reissenden Thieren gleich stellt?
Was lobt man mehr an diesen Helden? etwa dieGewandheit und die Geisteskühnhcit, mit welcher sieden Feind suchen? Aber thut das nicht auch das Pferd ?Beim Schalle der Trompete geht es kühn auf diefeindlichen Glieder los, und scheut weder Schwertenoch Lanzen. Lobt man etwas anderes an diesen Rie«sen der Tapferkeit? Etwa den Mnth und die Wuth,womit sie sich in die Gefahren stürzen? Solche Helden»thaten verrichten auch die großen Räuber, der gemeinePöbel, wenn er vor Zorn blind ist. Die Wundeneines Generals sind Gegenstände großer Belohnungen,Lobsprüche und Versprechungen; wenn für einen ge,ringen Sold ein gemeiner Soldat herumirrt, kämpft,und sich tausend größeren Gefahren aussetzt, als einberühmter General; denn diesen beschützen und vcrthei-digen tausend Arme; auf jenen wird nicht geachtet,und sein Name wird mit seiner Leiche begraben. Undnun die Zweikämpfer, die so hoch gefeiert werden.Wenn das Panzerhemd dem Eisen nicht widerstände,wenn das weniger schnelle Pferd dem Zügel nicht ge,horchte, wenn ein abgeschoßner Pfeil das Auge träfe,dann würde der ganze Heldenmuth des Kämpfers wierin Traum verschwinden; besiegt, gefangen, verachtetwürde man ihn an den Triumphwagen seines Feindes