Druckschrift 
3 (1825)
Seite
132
Einzelbild herunterladen
 

132

deln; und sobald Ihr diesen spürt, so krauet Euchselbst nicht, weil das unruhige Herz, wenn es aus derBrust springen will, um mit Ungestüm und Eifer zuhandeln, dadurch beweiset, daß es sich von dem Lichteder Vernunft entfernen will; welches, wenn es sichzeigte, der Seele zu erkennen geben würde, daß esnicht gut handelte, so wie der betrügerische Kaufmann,welcher das fehlerhafte Stück leicht bedeckt, ehe mandie Fl.cken sieht. Jedes Feuer, gnädigste Frau! bringtRauch, und der Rauch natürlich macht uns blind.Richtet Euch nicht nach dem, was Andere thun; son-dern nach dem, was sie thun müssen; wer Vielen folgt,kann nicht glücklich seyn; weil der Glücklichen wenigefind.

Diese und andere Grundsätze theilte Miseno derKaiserinn mit, und da er Abschied nehmen wollte, umseiner Bestimmung nach dem heiligen Lande zu folgen,so hielt sie ihn bis zum folgenden Tage auf, damit ermit dem seiner Person gebührenden Anstande reisenkönne. Unterdessen hörte der Kaiser nicht auf, vonden außerordentlichen Tugenden Miseno's mit seinerGemahlin» zu reden. Sein edles Unternehmen schienihnen rühmlicher, als alles, was die berühmtestenHelden je gethan hatten. Wenn man Alles recht be-trachtet, sagte er, was ist der Held, wenn er gleichUngeheuer erlegt, Reiche erobert, Monarchen besiegt,und Riesen bekämpft? Was ist er gegen den, der seineLeidenschaften überwinden lernt. Wer durch die himm->