Druckschrift 
3 (1825)
Seite
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in einem Gemälde stellte sich ihm die schreckliche Un-dankbarkeit des Grafen gegen alle ihm bewiesene Liebe,dar. Das Blut kochte in ihm, das Herz klopfte laut>Nein, sprach er, es ist keine Rache, es ist Liebe zurGerechtigkeit. Wenn ich auch nicht der beleidigte Theilwäre, so würde ich doch denselben Abscheu gegen einso grobes Verbrechen empfinden; denn wenn: die Ver»nunft es fasset, und Gott es verabscheuet, was kannich dann Besseres thun, als so handeln, wie Gotthandelt? Wenn sie der Himmel zum Tode verdammthat, so darf ich, ohne diesen zu beleidigen, mich derVollziehung des Höchsten Urtheilsspruchs nicht wi-dersetzen. Ja, wie gut wäre es nicht, wenn derGraf mit Neukasis in dasselbe Gefängniß gesperrtwürde, worin wir saßen, und beide wie wir gestraftwürden; so fern das Vergeltungs-Urtheil immer ge-recht war.

So sprach der von den Leidenschaften beunruhigteMiseno; aber er verkannte sich selbst, weil er denFrieden, den er sonst im Innern genoß, jetzt nicht beisich finden konnte.

Ein dicker Nebel umzog seinen Verstand, und dieAugen seines Geistes sahen Alles ganz anders. Wäh-rend dieser seiner Unruhe kam Aymar erfreut, undsagte ihm, der Graf sey angelangt, und der Kai-ser habe ihn in ein enges Gefängniß setzen lassen, umihn zum Gegenstände seines Zornes und der gerechtenRache zu machen. Der Graf hatte die schleunige Ab-