Druckschrift 
3 (1825)
Seite
111
Einzelbild herunterladen
 

111

waS das Beispiel des Neukasis vermochte, um denGrafen zu verderben, sich auch setzt, welch Unheildaraus enstehen würde, wenn beide Bösewichter mitdem Leben davon kämen; siehe jetzt nickt auf DeineEmpfindsamkeit hin. Du hast Tugend, um über jedeVerläumdung erhaben zu schn, aber Du mußt auchGerechtigkeit genug haben, um dem beleidigten Ay-mar und der Helena Genugthuung zu verschaffen,und -dem öffentlichen Verderben zuvor zu kommen.Schon ist Neukasis im Kerker und in kurzem wirdauch der Graf in die Hände des Kaisers gerathen,daran erkennst Du, daß der Himmel thätig ist, umGerechtigkeit zu handhaben, und obgleich der Grafseine Plane machte, um glücklich zu seyn, so muß erdoch seine thörichte Empörung mit dem Leben bezah-len. Nun wird der Himmel es sehen und die Erde esbezeugen, daß Du die Tugend verehrst, das Lasterverabscheuest, und den Jrrtbum bestrafst. Sey keinSchwachkopf, laß Dich die unwürdigen Thränen, unddie heuchlerischen Bitten eines Heuchlers nicht bewe-gen, höre nicht auf die weichherzige Sprache einerirre geleiteten Gutmüthigkcit. Nein, Miseno, be-schütze die Guten aus allen Kräften, aber verfolgeauch die Bösen unablässig; reinige die Welt von die-ser abscheulichen Pest, und schicke der Hölle diejenigenzu, welche sich ihrer würdig gemacht haben.

So sprach die höllische Furie zu Miseno, derdadurch eine besondere Unruhe in sich verspürte. Wie