Druckschrift 
3 (1825)
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

87

Graf wurde sehr verlegen bcl dieser Nachricht, undkonnte die Unruhe, welche sie bei ihm hervorbrachte,nicht verbergen. Nicht weniger bewegt war Neuka«sis, weil er als beständiger Beobachter derBcwegun«gen des Herzens des Grafen, ohne Zweifel die Ursacheder Angst durchschaute, welche ihn so traurig machte.

Wie die hohen, schwachen Säulen eines stolzen,in die Wolken hinaufragenden Gebäudes, bei einemheftigen Sturme in Trümmer Zusammenstürzen, sofielen auch die hoben Gedanken des Grafen, als ererfuhr, daß der Gesandte und Miseno noch lebten.Neuka sis, welcher voraus sähe, daß sein Glück vondem Grafen allein abhienge, beschloß, ohne sich andie Abscheulichkeit des Verbrechens zu stören, Misenound den Gesandten zu stürzen; und in dieser Hinsichtmalte er mit kunstreichem Pinsel und grellen Farben,dem Grafen den Untergang, welcher ihm drohte,wenn diese nicht umkämen. Er zeigte ihm, wie großder Haß der Helena würde, wenn sie erführe, daßman sie mit der falschen Nachricht über den Tod ihresGemahls hintcrgangen; und durch Hilfe aller List, derLügen und der Kunst der Schmeichelei wollte er ihnvon der Reise nach Nizäa zurückhalten, und brachteihn endlich zu dem Entschlüsse, sich mit Helena wegzu«begeben, und beide als Gefangene dem Verdachte desKaisers aufzuopfern. Nun nahm der Geist des Be-trugs die Sprache des Venezianers an, und sprach zumGrafen Folgendes: Ihr werdet von nun an die Ab-