gen; nicht aber, das Nachdenken zu beschäftigen, undden Verstand zu berathfragen. Versunken in dem trau«rigen Gedanken an den Tod ihres Gemahls, und desKummers, der ihm nachfolgte, hatte sie keine andereHülfe, als in dem Beistände des Grafen, welcher,wegen seines Geblüts, und bei seinem liebenswürdigenCharakter, ihr angeboten hatte, sie bis an den Ortder Ruhe zu begleiten; aber nun verlohr sie auch dießauf einmal, und blieb in fremden Landern, unter ei-nem rohen Volke zuruck. Schon hatte die Liebe ange-fangen, gegen ihr keusches Herz ihre goldnen Pfeile zuspitzen; deren unmerkbare Schüsse ihr ein süßes Giftmittheilten; aber so heimlich, daß sie sich nicht zu er-kennen gab, selbst der Krankheit nicht, welche sie an-richtete. Dieses geheime Gift vermehrte noch ihrenSchmerz, und stimmte sie allmählig dahin, den Rath-gebungen des Grafen zu folgen, welches Alles die großeUnternehmung der höllischen Furien war.
Eben diese Unruhe herrschte auch in dem Herzendes Grafen, welcher nachdenkend seine Reise machte;und sehr dringend fragte er Teobalden, den Ge-sandten, nach der Ursache dieses Verlangens, welchesLeobald ihm nicht verhehlen konnte. E>5 sagte, derKaiser wünschte seine und des Neukasis Erklärung,um die Wahrheit oder Falschheit zweier Gefangenenzu erkennen, welche im Pallaste wären, um ihre Lü-gen mit dem Tode zu bestrafen, oder ihre Verdiensteund Tugenden mit Ehre und Dank zu belohnen. Der