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wenn Ihr nnr Enr« Leidcnschtrsten nach dem L!chkcder Vernunft und Religion regiert. Hört, was ich Euchsage: Gott gab Euch in Eure Seele zur FührerinnEurer Handlungen das Licht der Vernunft, welchesein Abglanz der Gottheit ist; und dieses Licht, wel-ches durch die Erbsünde erlöscht wurde, hat er wiederangcfacht, indem er ein neues Licht des Glaubens an»zündete. Was diese Lichter uns cingaden, das billigtGott, und nach dem Lichte der Vernunft und deSGlaubens sich richten, heißt eben so viel, als seineSeele vor dem Spiegel der Gottheit ordnen undschmücken. Muß sie da nicht schön scyn, um den Au«gen Gottes zn gefallen? Es ist also keine unmög»liche Sache, was ich Euch anrathc, kein lakonischer, niegesehener, in dieser Welt unausgeführter Gedanke, son»dern leicht mit Beistand der hilfreichen höchsten Handauszuführen, so daß wir viele Helden dieser wahrenPhilosophie gesehen haben, welche dem ewigen Lichteihre Leidenschaften aufopferten, an denen die ewigeWeisheit Wohlgefallen hatte, und welche eben in die«sein Wohlgefallen des höchsten Wesens die Quelle ihrerFreuden und Zufriedenheit fanden.

Denkt Ihr vielleicht, diese Helden hatten, wieNero, ein eisernes Herz; oder sie hatten eines wildenThieres Brüste gesogen? Gewiß nicht. Sie hattenAugen wie wir, ein Herz von Fleisch wie wir; undübcrdieß hatten sie aus eigener Erfahrung die Annehm-lichkeiten der sinnlichen Vergnügungen kennen gelernt.

(Tb. 777.)

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