15
maßen fortfuhr. Ich sage Euch mehr, wenn wir aufunfern Nutzen sehen, so können wir unmöglich einenGegenstand finden, der unserer Eigenliebe mehr schmei-chelt, als die wahre Tugend, und ich fordere dieganze Welt auf, ihr etwas an die Seite zu stellen.Und wenn das Glück Euch bis zum Olymp erhöbe,bei der Tugend werdet Ihr keine Eitelkeit und keinenStolz bekommen. Und wenn das Unglück Euch inden Staub drückt, so werdet Ihr nie muthlos, niebesiegt werden. In jeglicher Lage des Lebens werdetIhr glücklich seyn. Wenn die Feinde Euch verfolgen,wenn die Mächtigen Euch unterdrücken, wenn die Ti-rannen Euch seufzen lassen unter den harten Fesselneiner unerträglichen Sklaverei, ohne Tugend seyd Ihrverlohren, mit ihr habt Ihr ein festes unbeweglichesHerz, mit ihr allein tröstet sie sich und freuet sich,und halt sich für so wahrhaft glücklich, als wenn ihmnichts zu seiner Vollkommenheit fehlte.
Angenommen, es gäbe keine Gesetze für die Un-schuld, keine Achtung für das Verdienst, die Wahrheitdürfte den Mund nicht öffnen, die ganze aufrühreri-sche Welt schrie über Euch, und verdammte Euch,ohne Euch erst hören zu wollen, oder Euch Gelegen-heit zu geben. Euch zu verteidigen. Wenn Ihr tu-gendhaft seyd, so sprecht Ihr in Eurem Herzen: Gotthört mich, Gott sieht mich, Gott wird mir Gerechtig-keit wiederfahren lassen, das ist genug. Zuweilenwerdet Ihr Euch niedergeworfen sehen zu Boden, plle