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Gefahren Muth, in den Widerwärtigkeiten macht sieEuch fest wie ein Felsen.
Verwundert hörten ihn Alle an, und Miseno,welcher, diese Bewunderung bemerkend, Ungläubigkeitbefürchtete, sprach deutlicher mit ihnen. Ich rede vonder Tugend, meine Freunde; sie fürchtet nicht, sie flie-het nicht, sie verstellet sich nicht, braucht es auch nicht.Sie ist zur nämlichen Zeit erhaben und bescheiden, ver-birgt sich nicht, verschämt und prahlt auch nicht mitihrer Schönheit. Sie ist, was sie ist, hängt von Nie-manden ab; kümmert sich nicht um das, was die Men-schen von ihr sagen; sie mögen sie loben, oder tadeln,Alles ist ihr gleich. Sie ist reich, aber ohne Pracht,unabhängig, aber ohne Stolz, freundlich, aber ohneSchmeichelei. In ihrer Macht liegt keine Heftigkeit,und in ihrer Zärtlichkeit keine Schwachheit. Kann esnun ein schöneres Bild von einer edlen Schönheit ge-ben, wovon sie die beste Abbildung ist; sehet einmal,ob die Tugend dem, welcher sie wohl ansiehet und be-trachtet, liebenswürdig scheinen muß. Aymar warf 'verwundernd die Augen auf Helena und den Gra-fen, als wenn er sie durch Blicke fragen wollte, wasihnen von dieser schönen Beschreibung der Tugenddünke, und da er aus besonderer Beobachtung in ih-nen wie in einem Spiegel das nämliche Gefühl er-kannte, was auch er hegte, so wagte er es nicht, einWort zu sprechen, um nicht den Miseno zu unter-brechen, der in der nämlichen Stimmung folgender-