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4 : Vollständiger Unterricht über alle Naturschönheiten, geographische, physische, botanische und historische Merkwürdigkeiten ... ; Abschn. 3 (1810) P - Z
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328 Tessin.

jetzigen XIX. Kantone der Schweitz, wovon Bellin-zona die Hauptstadt ist. Her Hauptstrotn , welcherdiesen Kanton in seiner gröfsten Lange durchströmtist der Tessin; und daher sein Name. Dieser 55| | Meilen grofse Kanton ist aufserordentlich gebirgig 1besteht aus 25-30 grofsen und kleinen Thalern, be-sitzt einen so grofsen Reichthum an kostbaren Wäl-dern , geniefst ein so mildes Klima, so grofse Frucht-barkeit des Bodens, wie keine Gegend in der ganzenSchweitz, und seine zahllosen Bliche und Seen sindunglaublich fischreich. Der Segen des Himmels istüber diesen Kanton ausgegossen; die reitzendste wiedie erhabenste Natur umschlingen sich liier in denmannigfachsten Gestalten, und schaffen diesen südlichenSaum der hohen Alpen zu einem Paradiese um. Aberleider wird dieses herrliche Land nicht von glücklichenMenschen bewohnt.

Einwohner. Nirgends unter den Bergvölkern derSchweitz findet man eine so ans Elend grenzende Ar-muth , eine solche Träglieit und einen so niedrigenGrad der Kultur, wie hier *). Die Männer verlassen

*) Hier ist nicht die Rede von den Bewohnern der vierStädte des K. Tessins, wie sich von selbst versteht,sondern von den Völkern der Tliäler. ln den hohenThätern. wo nur Gras wächst, also nur Viehzucht undAlpenwiilhs haft den Einwohner beschäftigt, herrschtweniger Elend , als in der Tiefe der südlicher liegendenLandschaften, deren Boden so üppig und reich wie nurein Eidenstück in- Europa ist. Gerade hier aber sinddie Menschen vor Elend abgezehrt, und in Lumpen.