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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
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3. Die Entwickelung deS Königs auf strategischem Kebict.

Aber auch auf diesen Gebieten, die unter der Ungunst der Zcitvcrhältnisscunüberschreitbar schienen, strebt der König über das Hergebrachte hinaus.So wenn er im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen das Unerhörte im Kriegefür möglich und erfolgreich hält.Alle Sachen welche man thnt, und wozuder Feind nicht ^rwpnrirot gewesen, machen ihn oonku8 und bringen ihndahin, daß er ckoonmpiroii muß. Von solcher Art seynd, die Uassn^on überGebürge, welche er vor impumctioublö hält, und welche doch fast alle zupussiron seyn, ingleichen die l'nssnAon über Flüsse, welche geschehen, ohnedas der Feind es gemerket hat. Man lese die OampaAUö von Printz DuMiuzvon 1700 in Italien;*) Seine UnssnAo über die Alpen ckoranAirts den Duoäs Vsnciomö gantz und gar. Wir wissen was vor eine Oonlusiou1744 in der frantzösischen ^.rmcks entstand, als der Printz von Lothringendie Dus8u§6 über den Rhein mirprsnirto. Ich schließe demnach dahin, daßgleiche Ursachen auch allemahl von gleichen kükksot befolget werden, und daß,so offt ein Osusral seine Llonv6msnt8 wohlbedächtlich einrichten, und solcheaus wichtigen Ursachen vornehmen wird, er allemahl den Feind dadurch auf dieDsloumvo bringen und ihn odliAiron wird, sich nach ihm zu roAulirsn."**)Das Letzte war ein Hauptziel der Manövrirkunst. Gelang es, den Feind zumunsichern Tasten zu bringen oder ihn gar für eine Weile ganz auf die Ver-theidigung zurückzuwerfen, so war viel gewonnen. Man bewegte sich freier,ernährte sich leichter, eine Wasfenentscheidung brauchte nicht gescheut, konntesogar gesucht werden. Aber dies Manövriren bot andererseits bedeutendeGefahren und mußte mit vollendeter Kunst ins Werk gesetzt werden, wennes gelingen sollte.Wenn man glaubet, daß cs genug sey, sich nur mitseiner zu bewegen, um den Feind zu nöthigen, daß er seinerseits

ein Gleiches thun muß, so betrieget man sich sehr. Es ist nicht das iUouvs-insnt alleine so ihn dazu bringet, sondern die Art wie man solches machet.Alle nur scheinbare NouvomsutL werden einen Imlcklen Feind nicht ckoroutiron,sondern es gehören Zoliäs Do8ition63 dazu, welche ihm 8srisn86 Doklexioiwverursachen, daß er aufbrechen muß."***)

Aus diesen Worten spricht deutlich der Geist des Krieges im 18. Jahr-hundert, wo es z. B. allein schon Vortheile versprach, den Feind zur Aufgabe eineswohlgewählten und liebgewordenen Lagers zu zwingen, oder ihn zu einerBewegung zu nöthigen.Zu dem Ende muß man das Land, den donornlmit welchem man cs zu thun hat, die Oerter wo seine LlmAamrm seynd, dieStädte an welche ihn am meisten gelegen, und die woher er seine DouraZsziehet, wohl kennen, alle diese Umstände mit einander wohl oomdinirou, unddarnach seine Drog'satL machen, nachdem man solche Llaloris reiflich über-leget hat. Derjenige von beiden (46N6ra.l8 wird allemahl in die Länge alle^vnntkl.A63 über den liivai seiner (lloiro gewinnen, wer die mehresten

*) 1701 Treffen von Onr>,i.

**) G. P. XVIII. A.

***) G. P. XVIII. A.