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3. Die Entwickelung des Königs auf strategischem Gebiet.
jene Zeit zu. Die einfache Anwendung von Gewalt würde unter solchen Ver-hältnissen, wie sie der König hier im Auge hat, gescheitert sein.
Wie Friedrich die Schlachten und Vager scharf zergliedert und, gegenüberseinen Zeitgenossen noch immer vereinfachend, doch eine ganze Zahl von Arten undAbarten schafft, so thnt er cs auch mit den Märschen, und diese Verschiedenheitder Fälle, die alle mit großem Geschick und großer Sachkenntniß behandeltwerden wollten inmitten der zahllosen Hindernisse, die die Zeit den Operationendarbot, läßt erkennen, wie schwierig auch der Krieg jener Tage in dieserHinsicht gewesen sein muß.
Im Anschluß an die Vorschriften über Märsche und Lager giebt erin den General-Prinzipien noch einige Abschnitte mit Regeln über Fluß-übergänge, Flußvertheidigung und Ueberfälle auf Städte, währendder regelrechte Angriff auf Festungen, ihre Vertheidignng und Sicherunggegen Ueberfall in dem Abschnitt abgehandelt wird, der in der den Generalenübermittelten Ausgabe der „(lo.uörui-I'rilleipiu^ weggelassen ist. EineTrennung der Begriffe Taktik und Strategie gab es zu seiner Zeit nicht,und so sind viele seiner taktischen Lehren in strategischen Erörterungeneingestreut, die erst zusammengesucht werden müssen, wenn es sich darumhandelt, ein geschlossenes Bild von der Denkart des Königs auf einemder Gebiete der Kriegskunst zu liefern, das erst die moderne Theorie um-grenzt hat. Bei den Märschen schon werden Flußübergänge abgehandelt,dennoch aber giebt der König weiterhin ein ganz neues Kapitel, „von deneni?u8sa.A6n über Flüsse", dem ein weiteres, „Welchergestalt man Flüsse zucksteuelirsir hat", angereiht wird. Beide wiederholen Vieles von dem, waser bereits früher gesagt hat. Auch manches in den Abschnitten über Winter-quartiere und Winterfeldzüge Gesagte gehört ans dies Gebiet, dagegen istder ganze den Märschen angefügte XVIII. Artikel, „durch was vor Nonvo-mout8 man den Feind odliAirot, daß er seines Ortes dergleichen nothwendigmachen muß", zweifellos zur eigentlichen Strategie, d. h. zur Ausübung derFeldherrnkunst zu rechnen. Im Nachstehenden werden daher die weiteren An-schauungen des Königs auf dem Gebiete der Flußübergänge, des Festungskriegs,der Winterquartiere und Winterfeldzüge zusammengefaßt, um die Grundlagefür die Gesammtauffassung seiner Strategie zu gewinnen.
Die Flußübergänge hält der König dann für sehr schwierig, wennder Feind eine Vertheidigung des Wasserlanfes beabsichtigt. Bei kleinenFlüssen will er diejenige Stelle zum Uebergange wählen, wo der Fluß einedem Anmarsch zugewendete Krümmung bildet, das diesseitige Ufer überhöhendliegt und dadurch die Entwickelung einer starken Artillerie ermöglicht. DieKavallerie wird auf Furten angewiesen. Sehr viel schwieriger gestalten sichdie Verhältnisse bei großen Strömen. „Wann der Feind einmahl auf derandern Seite eines Strohmes stehet, welchen Ihr pu88ir6u wollet, so ist alleI?oreo vergebens, und Ihr müsset Eure Zuflucht zu der List nehmen", d. h.der Gegner war über die Wahl des Uebergangspunktes zu täuschen,