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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
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L. Schlachtentaktik.

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Schlacht in diesen Sätzen mit der Einsicht kämpft, daß sie unter denHeerverhältnissen jener Zeit stets ein großes Wagniß war. 1756 erschienein Buch, das sich darüber noch klarer ausspricht: „los lmtaillss ääsiäsutprssczus tonjonrs äss opsrations äs lonts ln sampnAns, souvsnt«ln sort cls In Ansrrs, pur sonsälgnsnt cls sslni äs l'llltnt. NnisIss präsautions gn'il tunt prsnärs ätant inllniss... il sn räsnltsgu'on ns äoit ga-Mnis linsaräsr äs bntnills, ä, moins vsns ln vistoirsns soll nssnräs nntant csn'slls psnt l'strs st csu'on ns soll ssrtnincl'sn rstirsr äss nvantaZes oonsiäärnblss, s'sst-n-äirs, csu'on ns äoitjunmis s,n ünsnräsr, st csu'on ns äoit sn äonnsr gns rnrsmsnt . .

Noch waren die abschreckenden Erinnerungen an Karl XII. lebendig, nocherinnerte man sich, daß die großen Feldherren der jüngsten Vergangenheit,Turenne, Montecuccoli, Prinz Eugen mit der Schlacht hausgehalten hatten,da ihr Erfolg so wandelbar gewesen war und das kostbare geworbene Menschen-material durch wiederholte Entscheidungsschläge angegriffen und zerstört wurde,ohne selbst durch einen entscheidenden Sieg den Gegner völlig niederzuwerfen oderauch nur die Sicherheit zu gewinnen, daß die nächste Schlacht wieder glücklichausfallen würde. Unter allen Umständen war eine verlorene Schlacht höchstmißlich, daher bildete sich, namentlich seit der zweiten Hälfte des 17. Jahr-hunderts, immer mehr der Gebrauch heraus, selten zu schlagen und den Krieg indie Länge zu ziehen, um den Gegner langsam zu ermüden. Hatten die großenFeldherren um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts es allerdings nochverstanden, von der Schlacht ab und zu bei günstiger Gelegenheit Gebrauchzu machen, so spitzten die Schriftsteller der Zeit nach Eugen die in den Heer-verhältniffcn wohlbegründeten mäßigenden Gewohnheiten ihrer großen Musternun zu einer Einseitigkeit zu, die zuweilen über das Ziel hinausschoß, und sievergaßen den Zweck der Schlacht über der Erkenntniß, daß es damals that-sächlich schwieriger war als zu anderen Zeiten, mit Aussicht auf Erfolg zuschlagen.

Anders der König. Schon in seinen ersten Anfängen treibt ihn seinkriegerischer Genius, die Entscheidung der Kriege in wiederholten Schlachten zusuchen. Fünf Siege gewinnt er Schlag auf Schlag, eine Erscheinung, die ohneBeispiel war. Jeder, auch der größte Feldherr sucht zunächst die Verfahrenwieder anzuwenden, die ihm früher den Sieg gegeben hatten, und so mußteFriedrich schon als bloßer Erfahrungsmann dahin gelangen, auch für dieZukunft in der Schlacht das vornehmste Mittel zur Niederwerfung desGegners zu sehen. Aber diese Erkenntniß ist ihm mit aller Schärfe erstallmählich geworden, denn 1746 steht er noch auf dem Standpunkt, dieSchlachten müßten nicht infolge eines Grundsatzes, sondern bei günstigerGelegenheit geschlagen werden.^*) In den Friedensjahren wandelt sich die geniale

*) ä'Xroq, „Iliston'S Zsiisruls äss gusrrss", ck'uiüs 1756, I, 72.Vergl. Seite 267.

Kriegsgeschichtliche Einzelschriften. V. (Hest L7.)

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