8. Schlachtentaktik.
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bei Hohenfriedeberg an den Markgrafen Karl mit dem Befehle gesandt hatte,gegen den feindlichen linken Flügel bei Günthersdorf einzuschwenken, undfährt fort: „Man muß dannenhero wohl auf seiner Hut seyn, und bedenken,daß eine Oommission so verkehrt bestellet wird, alle Eure Sachen ver-derben kann." An anderer Stelle bekennt er sich zu der Auffassung, „daman niemahlen den gewissen Ausschlag einer Ilntrspi-iss äsmonstrirsnkann, so ist es genug, wann man solche nur wohl äisponirst, den Aus-gang davon muß man dem Glück überlassen."*) Auch in einem sostarken Geiste wie dem Friedrichs herrschte die Ansicht, daß das Glück imKriege eine große Rolle spiele. In den einzelnen Feldzügen der langeJahre dauernden Kriege wechselten Sieg und Niederlage bei beidenGegnern in der Thal merkwürdig ab. Feuquisres nennt das Glück derSchlachten „gournalisr^, d. h. veränderlich, und. betont, daß selbst diebesten Anstalten nicht vor einzelnen Niederlagen zu schützen vermöchten.** ***) )
Da nun der Ausfall von Schlachten auch unter den bedeutendsten Feld-herren sehr unsicker war, mied man sie vorerst möglichst und suchte nachMitteln, ihren Gewinn, wenn man schon schlug, von Fall zu Fall zu sichern.
Worin lag nun diese Sicherung? Worin suchten die Feldherren und dieTheoretiker die Gewähr für den Sieg auf dem Schlachtfelde? Nur in demVerfahren am Schlachttage selbst. Dies bestand in geschickter Wahl und Aus-nutzung des Geländes, in zweckmäßiger Anlage der Schlacht, wie z. B. durchUeberfall des Feindes, während er marschirte, durch Angriff auf ihn, wenn ereine ungünstige Stellung eingenommen hatte, und Aehnliches, vor Allem aberin der Leitung des Gefechtes durch den Feldherrn. War der Kampf begonnen,und fing die Ordnung an, sich beiderseits zu lockern, dann trat der Feldherrpersönlich auf den Plan, um durch das große taktische Manöver den Sieg anseine Fahnen zu fesseln. Der König schildert das sehr lebhaft:
^1,6 oüsl s'avanos ssul, il äoit tout rssonrmitrs,
II psut vainsrs su os zour par un soup ä'osil äs maitrs,
8'il loit äss lisux, äss tsmps nn oüoix prämääitä . . .
8'il prsnä son snusrni par sou lnibls oötä . . ."^*)
Das war die vornehmste Aufgabe eines Feldherrn; dieser Blick für das Ausgabe d-sRichtige aus dem Stegreif und unter den Eindrücken des Kampfes galt als^°^^'^"das, was Schlachten gewinnen mache. In der That waren die großenGenerale der Zeit vor Friedrich recht eigentlich Schlachtlenker gewesen, Männer,die Entschlossenheit und taktischen Blick besaßen, um jede Blöße, die sich derGegner im Gefechte gab, rasch und kräftig zu benutzen. Allerdings durfte da derFeldherr nicht an der Ordre de Bataille kleben, durfte nicht, nachdem er sein
*) Von denen ialsuks, welche ein (Ivnornl haben muß.
**) Nsmoirss, III, 186.
***) <z. i. 2. VI.
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