36 ?
Man hält es häufig für ein Kennzeichen, daßdie Bezahlung der besoldeten Klasse, gegen die derübrigen Klassen ini Staate, hinlänglich und reichlichsey, wenn es nicht an Konkurrenz derer fehlt, welchein die besoldete Klasse ausgenommen zu seyn wün-schen; aber es kann Umstände geben, welche die Kon-kurrenz zu den Ämtern vermehren und zu den bür-gerlichen Gewerben vermindern, die in andern Ver-hältnissen der proöuzirenden und industriösen Klassenihren Grund haben. Sicherer läßt sich von der ent-gegengesetzten Seite der Beweis führen: daß nemlichdie besoldete Klasse zu gering im Verhältuiß gegendie übrigen Klassen im Staate belohnt wird, wenndie Kompletirung der Stellen durch Zwangsmittelbewirkt werden muß, und dies ist in den niehrestenStaaten der Fall mit dem gemeinen Soldatenstanöe;seine Zahl ist oft im Derhältniß zu dem National-einkommen und vorzüglich zu den Staatseinkünftenzu groß, um die ökonomische Lage dieses Standes soverbessern zu können, als es für den Wohlstand die-ser Klasse selbst und des ganzen Staats zu wünschenist. Wenn der preußische Soldat fleißig ist und keineArbeit scheuet, so kann er in größern Städten zumTheil gut bestehn und eines größern Wohlstandesgenießen, als der gewöhnliche Tagelöhner, indessenbringt uns die ausländische Werbung gar zu vieleMüßiggänger und arbeitsscheue Menschen, die nurdarum diesen Stand wählen, uin ihr Leben in Un-thätigkeit, und wenn es auch noch so kümmerlich ist,hinbringen zu können; auch iß die Zahl der Solda-ten in vielen Städten zu groß, als daß ße alle Är-beik und dadurch einen Nebenerwerb ßnöen sollten,lind es ist überdies nicht zu leugnen, daß die durchsie vermehrte Konkurrenz einen nachthciligen Einfluß- Bb 2