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Agostino Steffani, Bischof von Spiga i. p. i., apostolischer Vicar von Norddeutschland : 1709 - 1728
Entstehung
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x den Füßen so heiß, daß sie das Ende ihrer Klöster voraussahen. „Kaumhaben wir Hoffnung, daß wir bleiben werden," schrieb der Abt 1721.Ueberall spähten sie nach Hülfe aus, selbst bei dem Herzog von Braun-schweig und dem König von England suchten sie dieselbe.

Die Vergebung katholischer Beneficien an Protestanten und derHandel mit solchen war unter Friedrich Wilhelm I. eine ganz gewöhn-liche Sache. Der folgende Fall würde unter den vielen der Erwähnungnicht Werth sein, wenn nicht dabei die vergeblichen Bemühungen derKatholiken, das Beneficinm zu retten, von Interesse wären. Im Februar1717 starb der katholische Domvicar Plugh zu Halberstadt. Sofortwandten sich die katholischen Domherren, an deren Spitze der CanonicusBertram, an den Dompropst, den Prinzen Christian Ludwig von Bran-denburg, um für die vacant gewordene Vicarie, die den Titel des hei-ligen Jacobus hatte, einen Katholiken vorzuschlagen. Von Berlin ausgab der Propst durch den Agenten der Katholiken daselbst nicht ungünstigeNachricht. Die Sache solle reiflich überlegt werden. Jedoch hatten diekatholischen Domherren kein Geldangebot gemacht, und als sie gefragtwurden, wie viel sie bezahlen wollten, schwiegen sic, um nicht mit simo-nistischen Dingen ihr Gewissen zu bestecken. Um aber weiter»: Unrechtvorzubeugen, verstanden sie sich dazu, daß eine Summe von 400 Thalernvom König eingezogen werde. Das muß jedoch nicht genug gewesensein, und der König hatte andere Gedanken. Die Vicarie wurde schonin: Februar einem protestantischen Studenten gegeben, und die katholi-schen Domherren erhielten (27. Februar) die Antwort: daß deren Vor-stellung keine rechtliche Grundlage habe und der Prinz mit der Sachenicht weiter behelligt werden wolle.

Zugleich vernahmen die katholischen Domherren, daß in der Folgeüberhaupt nicht mehr bei Verleihung solcher katholischer Beneficien aufKatholiken reflectirt werden solle.

^ Auf den Rath des Bischofs von Spiga machten die Genannten

eine neue Bittschrift an den Prinzen. Sie bezogen sich auf die Bestim-mungen des Westfälischen Friedens und wiesen nach, daß die Vicarie in:Normaljahre in katholischen Händen gewesen, und daß dieses protestan-tischerseits auch nie bestritten sei. Ebenso führten sie alle die feierlichenZusicherungen an, in welchen die brandenburgischen Landesherren und nochkürzlich der damalige König versprochen hatten, daß sie die Rechte, wiesie beständen, aufrecht erhalten wollten. Allein es erfolgte ablehnendeAntwort. „Wir katholische Domvicare haben darauf," berichtet Bertram,„unerschrocken gethan, was Sie uns angerathen, wir haben nämlich pro-testirt, als der lutherische neue Vicar, wie es Sitte ist, im Dormitoriun:der Kleriker sich legitimirte, ebenso zun: zweiten Male, als er an seinen