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Gewissen veranlassen sollte, sondern auch befahl, daß Geistliche undLehrer diese Verordnungen zu halten mit einem Eide versprächen.
Der Kampf gegen diese Verordnungen, die Erbauung einer Kirchein Hannover und die Ordnung der innern Angelegenheiten der Missionbilden die Hauptverdienste des Bischofs von Spiga um diese Mission.Die Darstellung dieser Dinge muß in einer eigenen Geschichte dergenannten Mission geschehen. Nur einen Punkt will ich im folgendenCapitel näher ausführen, die Vertreibung der Jesuiten aus Hannover,die auch in diesem Culturkampf das erste Opfer waren.
Zweites Kapitel.
Mirren in Hannover. Die Missionare. Gemischte Ehen. Apostaten.
Mission Halle a. S.
Fast sämmtliche Missionsstatiouen, welche der Jurisdiction desBischofs von Spiga unterstanden, wurden von Jesuiten geleitet. Sie bliebenauch als Missionare ihren Ordensobern unterworfen, wurden von ihnengesandt und abberufen und erhielten von ihnen auch ihre Besoldung, zu-meist aus der Ferdinandeischen Stiftung. Steffani fühlte sich deshalbin nicht geringem Grade diesen Missionaren gegenüber in seiner bischöf-lichen Gewalt über sie beschränkt. Schon sehr bald bot sich dazu dieVeranlassung und zwar vor allem in seiner Residenz Hannover, wo erals Seelsorger die Jesuiten t?. Cunibert und U. Somborn traf. Erhatte kaum seinen Einzug als apostolischer Vicar im November 1709gehalten, als er auch schon über beide Missionare eine lange Reihe vonKlagen hören mußte ^). Sie kamen aus der sog. Noblesse der Gemeinde,den katholischen Hofbeamten. Der U. Cunibert, hieß es, richte denGottesdienst ein nach den Phantasieen der Comödianten, der kleinenKaufleute und Leute ähnlicher Art, vernachlässige den Katechismus-Unterricht, predige selten und lese meist aus einem Erbauungsbuche etwasvor, statt zu predigen.
Der Bischof nahm davon Veranlassung, unter zuverlässigen Leutender Gemeinde genaue Erkundigungen einzuziehen, indem er einen Frage-bogen ihnen vorlegte, auf dem er in 50 Fragen Antwort über „die Familiedes Bischofs", Missionare und Gemeinde sich geben ließ, ob die Missio-nare ihre Pflicht gethan und in welchem religiösen und sittlichen Zu-
*) H. St.-A. Nr. 78v Calenb. Briefe. 2. Vol. Llsoroirs soiresruMt Iss xlmntsssto. u. psssirri.