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Agostino Steffani, Bischof von Spiga i. p. i., apostolischer Vicar von Norddeutschland : 1709 - 1728
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kommen." Das Verhalten Roms stand von da ab im Vordergründe desweitern Verlaufes der Angelegenheit. Dem Minister von Ilgen hatteder Bischof in Berlin geschrieben:Ich verlange nichts, als was manmir zugestehen will, und ich will nicht über die Grenzen hinausgehen,die man mir stecken wird. Ich habe auch Ihre Absichten begriffen. Ichwerde mich bemühen, sie zu erfüllen, und, vorausgesetzt, daß man mirein wenig Zeit läßt, so werde ich es Ihnen handgreiflich machen, daßder Römische Hof nicht so schlecht ist, als es Ihnen scheint, daß er garnicht die Absicht hat, Ihnen Unrecht zu thun und daß ich ein wahrhaftgetreuer Diener des Königs bin."

Sieventes Kapitel.

Ausgang der Verhandlungen.

Nach Hannover Ende October 1711 zurückgekehrt machte der Bischofvon Spiga seine langen Berichte nach Rom, die im Wesentlichen mitdenjenigen identisch waren, welche er an den Kurfürsten von der Pfalzrichtete. Dazu verfaßte er ein Schriftstück, das den Titel hat: KurzerBericht über die Unordnungen in Sachen der Religion im Gebiete vonBrandenburgs). Unter 15 Nummern wird von den Mißständen undderen Ursachen, in fünf Nummern über die Mittel zur Abhülfe geredet.Der erste Punkt bezieht sich speciell aus die Mission Berlin, wo für800 katholische Seelen der eine Missionar nicht ausreiche. Aber volleHülfe könne der katholischen Gemeinde in Berlin nur erwachsen, wennder apostolische Vicar in die Möglichkeit versetzt werde, öfter am BerlinerHofe zu verkehren. Dann müsse man vermeiden, daß die katholischenOrdenspriester in Berlin den Namen Missionare trügen, weil diese Bezeich-nung für die zu den Heiden gesandten Priestern unter der dortigen Bevöl-kerung gebraucht werde, und die Calvinisten sich dadurch als Heiden ange-sehen fühlten. Endlich müsse man dem zweiten Geistlichen eine anstän-dige Besoldung geben, die nicht unter 10 Thaler monatlich betragendürfe.

Als Mißstände, die er auf seiner Reise gefunden, nennt er, daßman aus Mangel an Mitteln keine ewige Lampe vor dem heiligsten Sacra-mente unterhalte, daß sich an den Frauenklöstern Beichtväter ohne Facul-täten und ohne Befähigung fänden. Weil keine Visitation stattfinde,thäten die Ordensleute was sie wollten. Da sie keiner Prüfung unter-

') Lrsvs tiotitin ästli clisoräini sto. Abschrift in der borrespondcnz Stcsfani's mitJohann Wilhelm a. a. O.