Das 6. Lap. von GOtt. 65 r
Bösen nichts mit zu thun, sondern cs ist derEreatur ihr eigenes.
§.1057. Unterdessen da gleichwohl GOtt GOtt lastdiejenigen Dinge hervorbringet, aus deren ß"dasLö-Einschränckungen die Unvollkommenheiten'^"'und das Uebel entspringet (§. 988.); so las«sct er das Böse zu. Und haben wir nun zu un-tersuchen, aus was für Ursachen solches ge-schiehet: denn wir selten meinen, daß ereszum wenigsten durch ein Wunder-Werckhindern könte,und daher uns cinbilden, daßer auch lieber cinWunder-Werck thun, alszugcbei» soltc, daß Uebcl und Böses in dieWelt kommet.
tz. ic>;8. Wir haben oben vernommen, Erste Ur-! daß diese Welt unter allen, die möglich sind, sache.war-^ die beste ist (§.982.); wir finden aber durchdie Erfahrung, daß in dieser Welt viel Un-Vollkommenheit, viel Uebcl und viel Bösesist. Deeowegcn ist hieraus klar, baß auchdie beste Welt nicht ohne Unvollkommen«
> hcit,Uebel und VöseS seyn kan. Weil nunGOtt das unvollkommenere dem vollkom-
! meneren nicht verziehen kan(§.98i.);so ist csi nöthig gewesen, daß er die Unvollkommen-^ heitcn, das Uebcl und das Böse, welches sich
> mit in dieser Welt gefunden, zugclasscn hat.
' Genug, daß er auf solche Weise mehr Gu-tes crhalcen, als sonst würde geschehen seyn,
Weimer es nicht hätte zulassen wellen, west
er