tr6 Das z. <L-Von der Seele überh.
dunckeltdie grril!«cre,
daß wir bey Tage für der Sonne die Ster-ne nicht sehen können. Wenn starck gere-det wird, kan ich nicht wohl hören, was einermir leise saget. Wenn man einen Ge,schmack hat, oder auch einen Geruch, der ei-nem beschwehrlich ist, pfleget man ihn durcheinen stärckern zu vertreiben, und so weiterfort. Daher pfleget man nicht nur Zusagen,ein grösseres Licht verdunckelt das kleinere,sondern es ist überhaupt wahr, eine star-ckere Empfindung verdunckelt die geringe-re. Der Verstand dieser Redens-Art istaus dem vorhergehenden zu nehmen. Eshak nehmlich so viel zu sagen: wir könnenvor einem öfters dasandere nicht, odersehrwenig empfinden, ob es gleich so wohl als je-nes eine Veränderung in den Gliedmassenunserer Sinnen veranlasset, und beydeVeränderung in unserer Seele vorgestel-lct wird.
§. 2 2;. In denen Empfindungen könnender wir nichts nach unserm Gefallen ändern,düngen «st sondern wir müssen sie annchmen, Wiestenicht in kommen. Ein Ton mag mir angenehm,oder beschwerlich seyn; so bleibet er wieer ist, und ich kan die Empfindung, so ichdavon habe, nicht anders machen. Eben aufdiese Art verhalt sichs mit dem Geschmackund dem Gerüche, ja mit allen übrigen Sin«nen. Und demnach ist die Beschaffenheitder Empfindung ausser unser Gewalt.
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