was wir von ihr wahrnehmen. raz
Riechen heisset so viel als den unsichtbah-ren Ausfluß sich vorstellen, der Vcrände-rungen in der Nase verursachet. Schme-cken heisset so viel als dasjenige sich verstel-len, was Veränderungen in derZunge ver-ursachet, indem man etwas von körperlichenDinge kauet, oder auf andere Art auflöset.
Endlich Fühlen heisset so viel als dasjenigesich vorstellen, was Veränderungen in unse-rem Leibe veranlasset, wenn ihn körperlicheDinge, oder er sie berühret.
H. 222. Vielleicht werden sich einige Einwurfwundern, daß ich die Empfindungen unter nevk destdie Gedancken der Seele rechne: denn sie sin Beankiwerden meinen, daß die Empfindungen für '^"uug.den Leib gehören. Wir sagen ja, dasAuge siehet das Ohre höret, die Nase rie-chet, die Zunge schmecket, der Leib hat einGefühle. Allein, es ist aus dem vorherge-henden zu sehen, daß bey einer jeden Em-pfindung sowohl eine Veränderung in unse-rem Leibe geschehet, als auch daß wir unsderer Dinge, die diese Veränderung veran-lassen, bewustsind (§ Iiy.Lclsgg.). Bey-de müssen bey einander seyn,wenn wir sa-gen, daß wir empfinden. Denn z. E. wenngleich im Schlaffe der Schall in die Ohrenfället, oder auch der Geruch in die Nase stei-get, und daher die Veränderungen eben sowohl, als wenn wir wachen, sich in dem Oh-re und der Nase ereignet; so sagen wir doch