— 153 —
der warlich scheinperlich mit uns gewesen ist, dann sovil istdie warheit, das der fürst zu sibenmalen ist aufgewesen mitwagenpurgen und oft mit gantzer macht, und auf das meisthat er gehabt auf 20000 man und auf das minst 6 oder 70005 man, wol geschickt zu krieg, aus Beim, Beheim, Osterreichund aus der Slesi, auch von andern landen gut dinstknecht.das kriegen [Bl. 106 a ] werdt bei sechs jarn und endet sichz u der zeit, als man zalt 1462 jar. 1 und der fürst kam damitz " rue und frid, und all umbligende land und fürsten hetten
10 gros aufsehen auf diesen fürsten. hertzog Ludbig het den
grössten fürstlichen hof und gepraucht den a sein lebtag gantz
a Us, deshalben ward er auch genant der gros hertzog in Beim.
Der fürst ist auch Stifter der unifersetet zu lngolstat. b2
Der fürst beschlos sein ende cristenlich von dieser weit
*u dem ewigen leben, und er wardt begraben in das closter
Säldental in dem jar der mindern zal im 77 jar. 3 er hett gepert
aus seiner gemahl, der hertzogin von Sachsen, einen son, was
genant Georg, und ein tochter, genant Margret. 01
2o Noch raus ich eines melden: nach dem sterben hertzog
Heinrich warden die zwen fürsten hertzog Ludbig und niarg-graf Albrecht vil zeit bei einander und heten vil fruntlichs^esen mit rennen, stechen, tantzen, jagen und mancherleikurtzweil/' sie lagen auch alle nacht bei einander an einemPett. die fürsten [Bl. 106 1 '] heten auch gewonheit, wann sie«usamen komen in die stet zu tagen, so riten sie gern spacirnln der nacht mit singern und bohrten den frawen und rottirtenSl ph dann und sprengten gegen einander und rissen sich doP 11 * einander, das wenig gantzer kleider an in und im grafen,herren, rittern und knechten beleih, des nam im ein alter
30
a „den" ist, wie es seheint irrtümlich, ausgestrichen. b der fürst —Jp Ingelatat am Rande von Ehrans Hand nachgetragen. c genant
Margret beigesetzt von Ebrans Hand.
,. ' Ebran rechnet hier von i486 an, in welchem Jahre Herzog Ludwigjg lli Feindseligkeiten mit dem lieber fall der Reichsstadt Dinkclsbühl begann,i 2 S. Riezler, III S. S49 ff. — Das Eröffnungspatent des Herzoqs
"Utert mm 2. Jan. 1472. — Vgl. Arnpeck Ä S. 409.
3 Ludwig starb am IS. Jan.. 1479 in Landshut und wurde begraben£'Kloster Sclü/ental. — Vgl. Arnpeck A S. 412; B S. !56; die Lands-4 0 m *r Ratschronik in St.-Chron. Bd. XV S. 322.
j... 4 Ludwig hatte aus seiner Ehe mit Amalia, der Tochter des Kur-X y St . Kn Friedrich IL von Sachsen, ausser den genannten Kindern nochwej Töchter, Elisabeth und Anna, die vor ihrem Vater als Kinder ge-lben waren. - Vgl. Arnpeck A S. 401; B S. 149.45 k , ° H- %U dem Freundschaftsverhältnisse der beiden Fürsten Kluck-"onn S. 66 ff; Riezler, /// 376 ff.
16