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Des Ritters Hans Ebran von Wildenberg Chronik von den Fürsten aus Bayern
Entstehung
Seite
LXXVIII
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das erals ein erticht, unnütz, ler theiding", . . .die mit der Wahrheit also nit besten mag" bezeichnet.Und damit thut er dieser Chronik, soweit die von ihm gerügtenAbschnitte derselben in Betracht kommen, wahrlich nicht zuwehe. Aber er tadelt diese nicht nur, sondern widerlogtsie auch und erbringt aus der biblischen Geschichte, die ihmin Comestors Historia scholastica vorlag, den Be-weis, dassbis auf die Zeit, do Cristus an demStamen des heiligen Kreutz starb für allesm e n s c h 1 i c h s G e s c h 1 ä c h t e, und d o Titas und V e s-pasianus die Stat Jerusalem zerstörten" . . .kein JudüberMeerkomense i". Damit war der VersuchHagens, Österreich auf Kosten Bayerns ein so hohes Alterdie Praeeminenz und Praecedenz", wie man spätersagte zu geben, als gänzlich haltlos dargethan und zu-gleich von Österreich der Makel, einst unter der Herr-schaft von Juden gestanden zu sein, weggenommen. Ent-schuldigend sagt Ebran am Ende seiner Kritik:So habich der vorgenanten Kroniken, die da sagt vondem land Osterreich, widersprechen müssen mitder Wahrheit und das nicht umb gehen mögen."Überblickt man alle die Stellen in der Chronik Ebrans,bei denen sich dessen kritische Ader regt, so bemerkt man,dass diese sich sämtlich auf Personen und Begebenheiten derProfangeschichte beziehen. Wo es sich um kirehengeschicht-liche Dinge handelt, steht er seinen Quellen vollkommen passivgegenüber, und man hat das Gefühl, dass er es für eine Sündehielte, an der Wahrheit ihres Inhaltes zu zweifeln. Bei deiBenützung von Legenden scheint er keine Ahnung davon zuhaben, welch gewaltiger Unterschied in Bezug auf geschicht-liche Glaubwürdigkeit zwischen der ältesten Gestalt, in der sieauftreten, und den späteren für bestimmte Zwecke und dieErbauung der Menge zurecht gemachtenÜberarbeitungen"besteht, denn er nimmt sie, wie er sie eben findet. Aberdiese hingebende Gläubigkeit passt ganz zu dem Bilde desMannes, wie es vor uns steht, und ohne sie würde diesemgeradezu ein Zug fehlen, den man unwillkürlich darin sucht.