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Des Ritters Hans Ebran von Wildenberg Chronik von den Fürsten aus Bayern
Entstehung
Seite
LXXVII
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LXXVII

Dass auch die Scheyrer Chronik nicht überall verlässigJst, erkennt er sehr wohl und spricht es auch aus, dass ihreAngabenin etlichen Worten Zweifel tragen". 1

Alle kritischen Äusserungen Ebrans sind mehr imTone eines Bedenkens als des Absprechens gestaltet 2 bis aufeine, in der er sich zu einer grossen, mehrere Blätter füllendenentschiedenen Verurteilung eines Autors aufschwingt, unddas ist Gregor Hagen, der Verfasser einer bekanntenösterreichischen Chronik. 3

Dieser rückt die Urgeschichte Österreichs unter freierErfindung wahnwitziger Fabeleien bis in die graueste Urzeithinauf, erzählt in aller Breite wie sich in Stocheraumdem späteren Stockerau, der Heide Abraham von The o-nianaria niedergelassen, sich den Titel eines Markgrafenv on Judaeisapta beigelegt und nach mehr als elf hundertJahren, nach einer manigfach wechselnden Reihe von Geschlech-tern, einen Nachfolger gehabt habe Herzog Peimau,der zum jüdischen Glauben übergetreten. Das seien dieiiAnfänge" von Österreich. Das Werk stand, wie unsAneas Silvius versichert, 4 bei den Österreichern eineZeitlang in hohem Ansehen,weil sie sich darin bezüglichihrer altehrwürdigen Abstammung gepriesen wähnen", gerietaber bei den Historikern doch bald in Misskredit und wurdenamentlich von Aneas in seiner Geschichte Kaiser Fried-richs III. schonungslos als Lügengowebe und Weibergewäschgebrandmarkt. Wir zweifeln nicht, dass Ebran von derKritik des Italieners oder einer ähnlichen gehört hat, sonstwürde er kaum den Mut gefunden haben, den heillosen Fabe-leien des phantasievollenKronatisten" so energisch zu Leibez u gehen, als er gethan. Doch unterscheidet er sich dabei inder Form sehr vorteilhaft von dem temperamentvollen Ä n e a s,»ndem er im Gegensatz zu diesem, der Hagen mit sehrWe nig schmeichelhaften Namen belegt, von dem Autor gänzlichabsieht und seinen Blick nur auf dessen Werk gerichtet hält,

1 Variante zu Bl. l a .,. 2 Ebran ist grundsätzlich gegen Irrtümer, die er in seinen Quellen

nridet, nachsichtig. So sagt er (Variante zu Bl. l a ):Doch will ich die

't verachten, die da mancherlai geschriben haben (sc. was nicht richtig8t ), dann das alter macht die irrsal" welch letzterer Gedanke übrigens

ei n Andreas entnommen ist, der sich seinerseits wieder auf Isidoru sber "ft. Andreas S. 024, 14.

... " 8. zu dieser Chronik die Untersuchungen von Mayer im Archiv r osterr. Gesch. Bd. 60 S. 293 ff, wo als ihr Verfasser der Wienere chant Johann Sefner bezeichnet wird.